Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 689
wird jedoch erwartet, dass sie für die geleistete Hilfe einen entsprechenden Betrag derGesellschaft entrichten.
In der Centralfeuerwache ist jetzt eine Rettungswache eingerichtet,ferner ist im AVartehause der Strassenbalm ein Verbandkasten zum all-gemeinen Gebrauch aufgestellt. Den Schlüssel zu diesem hat am Tageein Beamter der Strassenbalm, und des Nachts der wachthabende Unter-officier der gegenüberliegenden Militärhauptwache. Die Gesellschaft lässtan Angestellte verschiedener Behörden Samariterunterricht ertheilen underrichtet fliegende Wachen.
Sie errichtete an 27 Stellen an Brücken und Ufern des MainsRettungsvorkehrungen und Tafeln mit Anweisung zur WiederbelebungErtrunkener. Ausserdem wurden Verbandkästen an verschiedenen Ortenaufgestellt. 2 Krankentransportwagen, einer in Equipagenform mit seit-licher Einlagerung des Patienten, stehen zur Verfügung. Kutscher,Bespannung liefert die Feuerwehr.
Der Dienst auf der Wache wurde zuerst durch Heilgehülfen wahr-genommen, jedoch zeigte sich bei der im Laufe der Jahre wachsendenThätigkeit, dass ein ärztlicher Dienst nicht zu entbehren sei.
Die Gesellschaft leistete 1900 in 3711 Fällen, seit ihrem Bestehen1891 im Ganzen in 13615 Fällen erste Bülfe.
Die Stadt gewährte der Gesellschaft eine jährliche Subvention von1000 Mk.
Die Samariterabtheilung der Frankfurter Radfahrer wurde, am21. Juni 1897 begründet. 1899 wurde die Abtheilung in den „FrankfurterSamariterverein" umgewandelt, welcher zum Zweck hat: „die erste sach-gemässe Hülfeleistung bei allen Unfällen, wo ärztliche Hülfe nicht sofort zurStelle ist" und ferner „die Verbreitung der Samariter-Bestrebungen". DiesenZweck will der Verein erreichen: „Durch Ausbildung seiner Mitgliederim Samariterdienst vermittelst Abhaltung von Cursen, Veranstaltung vonVorträgen und Ausleihen einschlägiger Bücher und Zeitschriften an dieMitglieder; durch Errichtung von Sariitätswachen und Verbandstellen;durch kostenfreie Lieferung von Verbandmaterialien an die Mitglieder;durch Stellung fliegender Wachen bei entsprechenden Gelegenheiten;durch Stellung eines ausgebildeten Corps im Kriegsfalle. Der Vereinhatte zwei Sanitätswachen eingerichtet, auf welchen Heilgehülfen denWachtdienst ausübten. Im Jahre 1900 wurde ein bespannter Rettungs-wagen angeschafft, welcher Platz für zwei liegende Kranke und im Noth-falle für 5 sitzende Personen gewährt. 1901 erwarb der Verein einenzweiten Krankenwagen. Ferner sind Yerbandgeräthschaften sowie Wieder-belebungsmittel im Wagen vorgesehen. Auf der ersten Sanitätswachewurden 1900 2384 Fälle, von der zweiten 410 behandelt. Von beidenentfielen 407 auf die Nacht. Transporte von Verunglückten wurden 445,Krankentransporte 207 ausgeführt. Bei einer grossen Zahl von passendenGelegenheiten wurden fliegende Wachen errichtet, und hier 269 Patientenbehandelt. Im Ganzen bezifferte sich die Thätigkeit des Vereins auf3218 Fälle.
Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. II. Bd. 44.