Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 687
1891/92 13 Fälle (vom October) 1895/96 495 Falle1892/93 52 „ 1896/97 584 „
1893/94 129 „ 1897/98 569 „
1894/95 245 „ 1898/99 554 „
Ausser diesen von den Behörden eingerichteten Rettungsvorkehrungensind solche der Genossenschaft freiwilliger Krankenpfleger im Kriege zu er-wähnen, nämlich 12 Unfallmeldestellen in der Stadt, welche gut ausge-rüstet sind. Die Leiter dieser Stellen leisten auf behördlichen oderprivaten Anruf unentgeltliche erste Hülfe, rufen Aerztc herbei und sorgenfür sachgemässe Unterbringung Verunglückter. Ein Theil d'er Unfallmelde-stellen ist an den Fernsprecher angeschlossen und mit Tragbahrenversehen.
Auch der 1844 begründete private Feuerrettungsverein hat ein Frei-williges Sanitätscorps, welches 1896 über 10 Verbandstationen, fernerüber Material zu Zwecken der Feuerlöschung und Menschenrettung ver-fügte. Die Mitglieder des Vereins bezw. des Sanitätscorps leisten be-sonders bei Bränden Hülfe, 1895/96 betrug die Zahl 502 Fälle.
Ferner besteht seit dem Ende des Jahres 1899 eine burufsgenossen-schaftlicbe Unfallstation, deren Krankentransportausrüstung bereits ge-schildert ist. Im Ganzen wurden im Jahre daselbst 1853 Fälle be-handelt, von welchen 401 berufsgenossenschaftliche waren. Letzterewurden auf der Station ambulatorisch weiter behandelt, ferner wurde einTheil der notorisch Unbemittelten unentgeltlich weiter behandelt, weil sievon andereu Polikliniken abgewiesen wurden. In der Station werdenauch freiwillige Krankenpfleger für den Krieg ausgebildet.
Eine Neuregelung des gesammten Rettungsdienstes unter städtischerAcgide wird beabsichtigt.
f) Danzig.
In Lcgan bei Danzig wurde Anfang 1897 eine Unfallstation er-öffnet. Sie befindet sich in einer von der chemischen Fabrik erbautenBaracke, während die innere Einrichtung aus Beiträgen der Berufs-genossenschaften bestritten ist. Die Station wird in Benutzung gezogensobald sich ein Unfall ereignet hat Die Versorgung der Verunglücktenfindet durch 4 .ausgebildete Leiter statt, welche tagsüber in den Arbeit-räumen sich befinden und auch Nachts, da ihre Wohnungen innerhalbder Fabrik befindlich sind, gerufen werden können. Die Station wurdein den ersten 3 Monaten ihres Bestehens auch für in der Nähe derFabrik vorgekommene Unfälle benutzt. In der Fabrik wurden 32,ausserhalb derselben 24 Fälle versorgt. Schwer Verletzte wurden insKrankenhaus oder in ihre Wohnung oder zu Aerzten befördert. Dieleichteren nahmen nach angelegtem Verbände ihre Arbeit wieder aufoder wurden nach ihrer Wohnung geschickt, von wo sie am folgendenTag zur Arbeit, bezw.. zur Erneuerung des Verbandes sich wieder ein-stellten. Es wäre wohl angebracht, die Verletzten anzuweisen, nach An-legung des Notverbandes sofort ärztliche Hülfe nachzusuchen, zum