Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
686
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686 G. Meyer,

Centralwachc 2 Verbandkästen und 5 Tragen, welche auf den Wagen derbetreffenden Wachen untergebracht sind. 100 Mitglieder des Corps, vonwelchem 6070 stets auf der Wache sind, sind in der ersten Hülfeausgebildet und auf den Wachen vertheilt. Im städtischen Hospital inder inneren Stadt sind 6 Krankenwagen vorhanden, von welchen 2 be-ständig mit Pferden des städtischen Marstalls bespannt sind, die übrigennur, wenn es die Notwendigkeit erfordert. Ferner sind Fahrbahren imKrankenhause zur Verfügung. Bei Tage sind für Zwecke der Unfallmcldungmehr als 250 Fernsprechstationen der Feuerwehr und Polizei, ausserdemdie des allgemeinen Fernsprechnetzes verfügbar. Bei Nacht sind vonersteren 69 und von letzteren 70 Stationen mit der Feuerwehr ver-bunden, und ausserdem kann durch Vermittlung der Polizisten, welcheSchlüssel zu den in den Feuermeldeapparaten befindlichen Telephonenbesitzen, die Feuerwehr noch von 51 Stellen benachrichtigt werden.. "Beijedem Unfall kann also von einer genügenden Zahl von Meldestellenaus die Feuerwehr benachrichtigt werden.

Wird ein Unfall bei der Hauptwache in der inneren Stadt ge-meldet, so rückt, wenn es sich um einen Verunglückten handelt, einFahrzeug von der der Stelle zunächst gelegenen Wache aus. Sindmehrere Personen verunglückt, so leisten mehrere Fahrzeuge, wennnöthig die gesammto Feuerwehr Hülfe. Die Alarmirung, die Ausfahrtgeschehen genau so, als Avenn ein Feuer gemeldet wäre. Nach Bedarfwerden zugleich ein oder mehrere Krankenwagen vom Hospital durchFernsprecher herbeigerufen. Meistons trifft die Feuerwehr früher alsder Krankenwagen bei der Unfallstelle ein, legt einen notwendigenVerband an und macht den Verunglückten beförderungsfähig. Kommtkein Krankenwagen, wenn z. B. beide Wagen unterwegs sind, so wirdder Kranke mit einer Trage und 4 Mann nach der nächsten Kranken-anstalt gebracht. Mindestens 1 Oberfeuermann und 4 Feuermännerrücken aus. Stellt sich bei der Ankunft heraus, dass 1 oder 2 Feuer-männer genügen, so fährt das Fahrzeug mit dem Reste der Mann-schaft sofort zur Wache zurück. Die Instructionen für die Mann-schaften betreffs der ersten Behandlung sind sehr genaue und be-zwecken besonders den Verunglückten möglichst bald geordneterBehandlung im Krankenhause zuzuführen. Bei dringender Lebensgefahr,Erstickten, Ertrunkenen müssen die Leute selbst eingreifen, aber ausser-dem einen Arzt zuziehen. In ein solcher anwesend, so hat sich dieMannschaft seinen Anordnungen zu fügen, da er vom Augenblick seinesEingreifens an die Verantwortung übernimmt. Irgend welche Beschwerdenüber diese Art der Versorgung der Verunglückten sind seitens der Kranken-häuser nicht eingegangen. Die Rufe mehren sich beständig. Es zeigtsich also hier ein ganz vortreffliches Ineinandergreifen der Feuerwehrmit den Krankenhäusern für das Rettungswerk, welches ich stets alsganz besonders günstig hingestellt. Die Thätigkeit der Samariter-colonnen der Feuerwehr war folgende: