Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
685
Einzelbild herunterladen
 

Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 685

getrennte Leitungen'Meldungen von Feuer und von Unfällen gestatten.Ferner ist die Wache durch eigene Drähte mit der Wohnung von dreiAcrzten in Verbindung gesetzt. Für sonstige Kranke wird der Trans-portwagen jetzt nicht mehr benutzt, um ihn nur für Verunglücktevorzubehalten. Die Feuerwehrmänner werden alle zwei Jahre zumUnterricht und zu Uebungon in der ersten Hülfe herangezogen. Auchdie Mitglieder des Braunschweiger Samaritervereins leisten erforderlichenFalls erste Hülfe.

d) Bremen.

Die Sanitätswachen stehen hier mit der 1870 begründeten Berufs-feuerwehr in Verbindung. In ihnen darf nur erste Hülfe geleistet werden.Die Patienten müssen so schnell als möglich in ärztliche Versorgung ge-bracht werden. Der Plan zur Einrichtung der Wachen ging 1889 vomBranddirector Dittmann aus und wurde am 1. September 1890 ver-wirklicht. Die Wachen sind in den fünf Feuerwachen untergebracht undgleichmässig vortrefflich ausgestattet. Apparate für Anwendung verdich-tetem Sauerstoff sind auf der Wache vorhanden.

Ein erheblicher Theil der Mannschaften ist in der ersten Hülfeunterrichtet und besorgt den Rettungsdienst. Die Inanspruchnahme derWachen hat sich von Jahr zu Jahr gesteigert und betrug im Jahre1900/01 2109 gegen 1828 Fälle im Vorjahre. Seit Bestehen der Wacheim Jahre 1890 wurde bei 14289 Unfällen Hülfe geleistet. In 113 Fällenwar im letzten Berichtsjahre ein Arzt zugegen. Die Wachen besitzenKrankentransportmittel und alle sonst erforderlichen Geräthe für ersteHülfe. Ein Zelt für Einrichtung fliegender Wachen ist in Bereitschaft.Die Behandlung aller Fälle, einschliesslich der Ausfahrt, nahm im Ganzen1809 Stunden in Anspruch, also etwa 51 Minuten für den Fall. VierMal wurden besondere Wachen eingerichtet. Die vier Krankenwagenwurden zum Fortschaffen von Personen 1715 Mal benutzt, wobei rund1578 Deutsche Meilen zurückgelegt wurden. Blinder Lärm erfolgte in62 Fällen. Die Hülfsleistungen wegen Unfall erfolgten am meisten amMontag. Für die Feuermeldung sind 62 Sprechstellen und 91 Feuer-meldestellen vorhanden, welche gleichzeitig für die Meldung von Unfällenbenutzt werden können.

e) Breslau.

Sehr zahlreich sind die in Breslau vorhandenen Einrichtungen fürerste Hülfe. Zunächst bestehen 6 Wachen der Berufsfeuerwehr, eine inder inneren Stadt und fünf in den Vorstädten, welche so angelegt sind,dass spätestens 6 Minuten nach Meldung eines Feuers die Hülfe eintritt.Die.Wachen sind durch die Centralstelle in der inneren Stadt unter sichmit den gleichfalls in verschiedenen Stadttheilen belegenen Kranken-häusern, mit allen Polizei-, Militärwachen und Casernen und einergrösseren Zahl von städtischen Gebäuden durch Fernsprecher verbunden.Die äusseren Wachen besitzen je einen Verbandkasten und 2 Tragen, die