Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
681
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Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 681

Neugestaltung und Erhaltung des Ilettungs- und Transportwesens in Berlin noth-wendigen Mittel von der Stadt Berlin zur Verfügung gestellt werden, und dass dieStadt Berlin die weitere Organisation, die sich an bereits bestehende Einrichtungen,wie Krankenhäuser, Sanitätswachen, Unfall- und Feuerwehrstationen angliedern könnte,sowie deren Unterhaltung unter ständiger Theilnahme der Berliner Aerzteschaft, alseine städtische Einrichtung in die Hand zu nehmen habe".

Zum dritten Male wurde die Angelegenheit der Unfallstationen vonder Aerztekammer am 20. Februar 1897 bei Gelegenheit des vortreff-lichen Referates von S. Alexander erörtert. Alexander äusserte sichbesonders über die von der Section VI der Brauerei- und Mälzereiberufs-genossenschaft veröffentlichten Zahlen, welche die durch das Behandlungs-verfahren der Unfallstationen bei den Unfallverletzten dieser Sectionerzielten Erfolge kennzeichnen sollten.

Inzwischen hatten die Berliner Krankenkassen gleichfalls zur Fragedes Rettungswesens Stellung genommen und ihrerseits eine Neuner-Com-mission gewählt, welche sich mit ihren Vorschlägen an Geheimrathv. Bergmann wendete. Es erfolgten nun gemeinsame Berathungenzwischen den Vertretern der beiden Commissionen, welche dann weiterdie Begründung der Berliner Rettungsgesellschaft am 15. October1897 zur Folge hatten, in welcher die von mir und anderen Seiten gel-tend gemachten Forderungen für Organisation des Rettungswesens Ver-wirklichung gefunden haben. So ist besonders der von mir stets an-geführte Gedanke, die Hospitäler selbst in den Dienst des Rettungs-wesens zu stellen, jetzt bei der Rettungsgesellschaft, wie in anderenLändern, zur That geworden. Ausserdem wurden die Hospitäler miteiner Stelle vereinigt, von welcher aus stets nach dem bei der Wienerfreiwilligen Rettungsgesellschaft bestehenden Grundsatz Auskunft überdie in den Krankenhäusern freistehenden Betten ertheilt werden kann.DieseCentrale", welche von der Berliner Rettungsgcsellschaft auf An-regung von William Levy eingerichtet wurde, bildet die Grundlage derjetzt bestehenden Organisation.

Ausser den Berlinern Hospitälern wurden die in Berlin vorhandenenKrankentransportgeschäfte mit der Centrale in Verbindung gesetzt. Hier-durch wurde eine Centralisirung des Rettungs- und Krankentransportdienstesder Hauptstadt erreicht, wie sie in keiner anderen Stadt der Welt indieser Ausdehnung geschaffen worden ist. Diese (12) Krankenhäuser sind dieHauptwachen" der Geseilschaft, während in Stadttheilen, wo Kranken-häuser nicht leicht erreichbar sind, (jetzt acht) kleinere VerbandstellenRettungswachen" errichtet wurden. Der Dienst der Centrale ist so ein-gerichtet, dass täglich zweimal die Centrale von allen KrankenhäusernAuskunft über die freistehenden Betten erhält, so dass Jedermann in derLage ist, vor Ueberführung eines Kranken in ein Hospital zu erfahren, obund in welchem Krankenhause der Kranke Aufnahme finden kann. Da die27 Krankenwagen der privaten Krankentransportgeschäfte der Rettungs-gesellschaft zur Verfügung stehen, so kann gleichzeitig mit der Anfrageauch ein Wagen an die betreffende Stelle bestellt werden. Dies ist