Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
658
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658 G. Meyer,

Ofens und durch . sechs bewegliche Fenster am Kastenaufbau, welche mit Kugel-verschluss und Handgriffen versehen sind.

Die Beleuchtung wird durch die oberhalb der beiden Stirnthüien angebrachtenfixen Oellampen mit Reflectoren, dann durch eine Oellampe zum Hängen und Stellen,sowie durch drei vorräthige transportable Oellaternen bewerkstelligt.

Neben dem Ofen ist eine Waschtoilette mit umkippbarem Lavoir, Wasser-Re-servoir und Abfluss angebracht. Unterhalb derWasch-Toilette befindet sich ein kleiner

Wäscheschrank mit Vorräthen an Compressen, Handtüchern. Operations-mänteln etc.

Sämmtliche Gegenstände und Sanitäts-Utensilien im Waggon sind theils durchentsprechende Einschnitte, theils durch Umrahmungen oder durch Ledergurten fixirt.

Von den Einrichtungen anderer Länder sollen noch die in Frank-reich vorhandenen Vorkehrungen an dem Beispiele der „Chemins defer de Paris ä Lyon et ä la Mediterranee" erläutert werden. Vom Chef-arzt der Gesellschaft, Blum, sind die bezüglichen Dienstanweisungengenau ausgearbeitet, welche zunächst gesundheitliche Vorsichtsmaass-regeln für das Dienstpersonal enthalten, ferner Anweisungen für dasPersonal zur ersten Hülfeleistung bei Unfällen vor Ankunft des Arztes,Anweisungen zur Anwendung des Inhaltes der Rettungskästen, welcheohne Anordnung des Arztes benutzt werden dürfen. Die Rettungskästenbefinden sich auf bestimmten Bahnhöfen, während Verbandkästen imZuge mitgeführt werden. Die Rettungswagen sind mit erforderlichemTransport- und Verbandmaterial ausgestattet. Ausserdem sind Trag-bahren auf den hauptsächlichsten Bahnhöfen untergebracht. Auf jedemKasten befindet sich folgende Inschrift: „Kein geöffnetes Packet darfwieder benutzt werden". Alle Geräthschaften werden halbjährlich nach-gesehen. Bei der Zusammensetzung der Rettungskästen fällt die etwasgrosse Zahl von Flaschen mit flüssigem Inhalte auf. Sogar Sublimatwird in alkoholischer, stark concentrirter Lösung (4 Theile Alkohol auf1 Theil Sublimat) statt der sonst üblichen trockenen Form bereit gehalten.

In Belgien sind gleichfalls ausgedehnte Massnahmen für die Hülfebei Eisenbahnunfällen vorgesehen. Es sind etwa 1700 Rettungskästenauf den Belgischen Bahnen vorhanden, welche in den Personenzügen,gemischten Zügen, auf den Stationen, Haltestellen, Haltepunkten, Werk-stätten und Rettungswagen untergebracht sind. Auf den grösseren Sta-tionen sind Räderbahren eingestellt. Als Material für das Rettungswerksind vorhanden Rettungskästen, Verbandkästen, Petroleumkocher, Trink-wasserbehälter, Trag-, Fahrbahren und zusammenlegbare Betten. DieRettungskästen befinden sich auf allen Stationen und Haltestellen, Werk-stätten, Zügen, sie werden halbjährlich nachgesehen. Auf den Stationenbefinden sich ausserdem Transportmittel. Die Bahnbeamten erhaltenUnterricht in der ersten Hülfe.

Ausserdem sind noch in den meisten Europäischen Staaten undauch vielen Aussereuropäischen Ländern Rettungseinrichtungen vorgesehen,die sich auf BGreithaltung von Verband- und Transportmaterial im Zugeund in den Stationen beschränken.