Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
657
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Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 657

Der Waggon hat im Innern einen weissen, waschbaren Oelanstrich. Der Fuss-boden ist mit Linoleum bespannt.

Zur Unterbringung der Tragbetten ist an einer Längswand ein grosses doppeltes,an der anderen Liingswand ein einfaches Gestell untergebracht. Die Gestelle werdenaus je zwei aufrecht stehenden Ständern mit Füssen gebildet, welche in einer für diebequeme Aufnahme der Tragbetten entsprechenden Entfernung von einander, untenund oben mittelst eines Barrens zu einem Ganzen verbunden sind. An den Ständernoben und unten sind in entsprechender Entfernung zur Aufnahme von je einem TragbetteQuerstücke angebracht. Sämmtliche Gestelle sammt Querstücken sind aus Eisen an-gefertigt; sie nehmen dadurch einen bedeutend geringeren Raum ein als hölzerneStänder, sind solider und stabiler, und trotzdem nicht schwerer als diese.

Auf diesen Gestellen sind acht Tragbahren, etagenmässig je zwei übereinander,untergebracht, so dass auf dem grossen Doppelgestelle sechs, und auf dem kleinenGestelle zwei Tragbahren sich befinden.

Die Tragbahren sind ganz genau nach dem Modelle der Ambulanzwagen-Trag-bahren der Wiener Freiwilligen Rettungs-Gesellschaft angefertigt, in denselben Di-mensionen gehalten, mit verstellbarem Kopftheil und einschiebbaren Handgriffen ver-sehen, gut gepolstert und mit weissem, waschbarem Ledertuch überzogen. Für jedeTragbahre sind zwei weisse Wollkotzen und ein Leintuch vorhanden.

Zur Sicherung der Kranken befinden sich an der Aussenseito jeder Tragbahrezwei Hülsen, in welche Schutzgitter eingeschoben werden können. Diese Schutz-gitter sind in der Regel an der der Tragbahre entsprechenden Waggonwand unter-gebracht.

Dasselbe (Sanitätsmateriale) ist zum grössten Tlieile an jener Längswand, anwelcher sich das kleine Tragbahrengestell für nur zwei Tragbahren befindet, unter-gebracht und zwar: (der grosse Sanitätskasten) mit reichlichem Instrumentarium,Medicamenten, Verbandmitteln und Sanitätsmateriale aller Art ruht auf einer 60 cmhohen Stellage. Unterhalb derselben sind Leibschüsseln und Urinflaschen, währendoberhalb des Sanitätskastens auf einer üoppelstellage Trinkgläser, Wasserflaschen,Wärmflaschen und andere Sanitätsutensilien sich befinden. An der Stirnwand desWaggons ist ein grosser Messing-Irrigator untergebracht.

Neben dem grossen Sanitätskasten, auf einer kleinen Stellage steht mit allenGattungen gepolsterten und ungepolsterten Schienen, Petit'schen Stiefeln, Plama,Werg, Watte, sowie dem nöthigen Verbandmateriale der Schienensack.

Hieran reihen sich:

Zwei Verbandtischchen mit einer Nickel-Doppelcassette, in welcher die nöthig-sten Instrumente und Verbandstoffe für den fallweisen Gebrnuch im Innern desWaggons während der Fahrt vorräthig sind.

Diese beiden Verbandtischchen sind in der Weise construirt, dass auf dieselben— in entsprechender Distanz auseinandergestellt — eine Tragbahre aufgelegt, undhierdurch ein Operationsbett improvisirt werden kann.

Im Gepäckkasten (Trommel) sind Emailgefässe für Trinkwasser, für Desinfections-fiüssigkeit. Fackeln, Stricke, Gurten etc. untergebracht.

Die Beheizung erfolgt durch einen Füllofen, System Meidinger, welcher an derVerschalung der Schiebethür jener Längswand steht, an welcher das Sanitätsmaterialsich befindet. Neben dem Ofen. befindet sich ein Kohlenkübel sammt den Ofen-bedienungsgeräthen, während das Heizmaterial in der nur vom Innern des Waggonszugänglichen kleinen Trommel vorräthig ist.

Die Ventilation geschieht durch Hervorziehen der unteren Schiebethüre des

Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. II. Bd. 42