Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
656
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65« G. Meyer,

der Stadtbahn ein Malteserwaggon zur Verfügung gestellt, welcher in er-forderlicher Weise ausgerüstet in der Station „Hauptzollamt" der Stadt-bahn eingestellt wurde. Aus der Schilderung der Gestaltung und Aus-rüstung des Wagens von Oharas gebe ich das Wichtigste hier wieder.

„Der Wagen ist ein von der k. k. Staatsbahn beigestellter zweiachsiger, ge-deckter Sanitätswagen Serie Gsm. Construction 1892 für den Maltheser-Orden, gebautvon der Maschinen- und Waggonfabriks-Actiengesellschaft in Wien-Simmering. Erbesteht im Wesentlichen aus dem eisernen Untergestell-Rahmen mit Plattformen undLaufwerk, aus dem Gepäckkasten und dem Wagenkasten mit Oberlicht-Aufbau.

Das Untergestell ist durch 2 eiserne Träger gebildet, welche mit den Bruch-stücken durch Winkel und Schrauben verbunden sind. Der so gebildete Rahmen istdurch eingeschaltete Querträger, ferner durch zwei Diagonalstreben versteift und untersich durch Winkel und Schrauben befestigt.

Die Länge des Untergestelles, gemessen von äussersten Kanten der Brustträger,beträgt 8090 mm.

Die Tragfedern sind aus flachem, geripptem Gussstahl und sind mittelst Char-nieren und Stützen aufgehängt. Die Federn haben acht Blätter von 80 mm Breiteund 13 mm Dicke, und haben im freien Zustande eine Pfeilhöhe von 125 mm undeine Länge von 1100 mm.

Die Zugvorrichtung ist eine durchgehende. Die Schraubenkuppelungen, Noth-Icetten und Zughaken sind nach dem deutschen Vereinsnormale ausgeführt.

In der Mitte des Untergestelles zwischen den beiden Langträgern und den zweimittleren Querträgern ist der Gepäckkasten eingebaut.

In seinem oberen Theil, zwischen Langträger und Diagonalstreben, ist derselbeals Kohlenkasten ausgebildet, welcher vom Innern des Wagens durch zwei im Bodeneingebaute kleinere Deckel leicht zugänglich ist.

Während der Fahrt ist der Gepäckkasten vom Innern des Wagens aus durch zweigrössere, ebenfalls im Boden eingebaute Deckel zugänglich gemacht, befindet sichder Wagen in Ruhe, so ist der Gepäckkasten auch von Aussen durch zwei Doppel-thüren, welche mit Zollplombenösen versehen sind, zu öffnen.

Das Gerippe des Wagenkastens besteht im Wesentlichen aus dem eisernen Fuss-und dem hölzernen Dachrahmen, welche mittelst Säulen fest verbunden, die wiederdurch Consolen an die eisernen Langträger befestigt werden.

Der Waggon wurde mit der durchgehenden Vacuum- und Dampfrohrleitung aus-gerüstet, damit derselbe auch in Personenzügen verkehren könne. Bei Anbringungder Heizkörper kann sonach der Waggon auch mit Dampf beheizt werden.

Die beiden Schiebethüren wurden geschlossen und festgestellt, die Thüröffnungim Innern mit einer Verschalung versehen.

Der Aufbau erstreckt sich über die ganze Länge des Kastens, er hat eine lichteBreite von 1200 mm und eine Höhe von 478 mm.

In demselben befinden sich 28 Fenster aus mattem' Glase.

Die beiden Doppelthüren, welche je eine lichte Höhe von 1990 mm und einelichte Breite von 950 mm haben, gestatten, dass man mit den Tragbahren, welche1885 mm lang und 645 mm breit sind, bequem hindurch kommen kann. In geöffneterStellung werden dieselben von Arretirungs-Vorrichtungen festgehalten und könnensowohl von innen als auch von aussen gesperrt werden.

Auf der Aussenseite der beiden Schiebethüren befindet sich die Firma und dasEmblem der Gesellschaft, sowie der Verwendungszweck des Wagens: „Wiener Frei-willige Rettungsgesellschaft — Sanitäts-Ambulanzwaggon".