Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 635
zuzuführen. Auf dem Lande können Räderbahren, die an genannten,allgemein bekannten Stellen stehen, gute Dienste leisten, obwohl siedas Vorhandensein einigermaassen guter Wege voraussetzen. Ferner istauch die von mir angegebene Transportvorrichtung auf dem Lande zuverwenden, welche auf Wagen aller Art ohne Weiteres anzubringen ist.Geschieht der Unfall mitten auf dem Felde, so wird der Verunglückteam besten auf einen mit Stroh gepolsterten Feldwagen gelegt und demnächsten Arzte oder seiner Wohnung zugeführt. Die Improvisation isthier sehr ausgiebig zu benutzen, weil es unmöglich ist, überall die fürdie erste Hülfe erforderlichen Geräthschaften sofort bei der Hand zuhaben. Hier zeigt sich der Werth der von Laien auszuführenden Hülfedeutlich, indem sie hier das zu leisten hat, was oben ausführlich dar-gelegt wurde.
II. Rettungswesen auf und am Wasser.
Bei der folgenden Schilderung der Organisation von Einrichtungenzur ersten Hülfe für einzelne Specialgebiete wird eine Beschreibung derEinrichtungen dieser in einzelnen Ländern und Ortschaften sich nichtumgehen lassen, so dass die Darlegungen der Vorkehrungen zur erstenHülfe für diese Gebiete (Wasser,(Eisenbahn, Gebirge, Bergwerke) bereitsin diesem allgemeinen Theil erfolgt, während im speciellen die Organi-sationen für erste Hülfe in den einzelnen Ländern und Orten ohne diesegenannten erwähnten zu erläutern sein werden.
1. Rettung aus Wassergefahr auf und an dem Meere.
a) Auf dem Meere.Zu diesem Zwecke sind jetzt viele Geräthschaften angegeben worden,welche dazu dienen sollen, Personen im Falle eines Schiffsunfalles zuretten. Einzelne waren in verschiedenen Ausstellungen in den letztenJahren ausgestellt und erscheinen erwähnenswerth, um zu zeigen, nachwelcher Richtung sich die verschiedenen Versuche bewegten, nicht um einUrtheil über den Werth der betreffenden Apparate abzugeben, deren Brauch-barkeit sich bei einzelnen erst erweisen muss. Bekannt für Rettung aus Er-trinkungsgefahr sind seit alten Zeiten die Rettungsringe, welche ausverschiedenen .Stoffen, Kork, luftgefüllten Schläuchen, hergestellt werden.Für gewöhnlich ist ein Ring für eine Person bestimmt, oder aber einsolcher Ring kann, wenn, wie dies jetzt wohl fast immer der Fall ist,durch Korkschwimmer an der Wasseroberfläche gehaltene Leinen amRinge befestigt sind, mehreren Personen zum Festhalten dienen, bis sievon Booten oder vorüberfahrenden Schiffen aufgenommen werden. EinRettungsring „Lubeca", dessen äusserer Durchmesser 2 m beträgt, ent-hält im Innern ein Netz, welches hauptsächlich zur Aufnahme vonFrauen und Kindern bestimmt ist, ausserdem die erwähnten, mit Kork-schwimmern gehaltenen Greiftaue. Der Ring soll nach angestellten Ver-suchen 40 Personen aufnehmen können, und zwar 16 im Netz und 24aussen. An den Seiten des Ringes sind Wellendämpfer (Oelbeutel) an-