Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 627
Die Zahl und Art der Ausrüstungsgegenstände einer Rettungswacherichtet sich nicht nur nach den vorhandenen Mitteln, sondern auch nachdem vorhandenen Bedürfniss, welches aus den vorhandenen Unfallstati-stiken sehr schwer zu ermessen ist. Denn diese enthalten meistens dieZahl der in Betrieben bei der Arbeit Verletzten, während die Zahl derausserhalb der Arbeit Verunglückton vollkommen fehlt. Und doch istihre Zahl keineswegs klein, wie jeder Familienarzt und Hausarzt bezeugenkann, welchem die Behandlung dieser Fälle zumeist zufällt, und welcherauch noch immer trotz aller bestehenden Rettungsstationen zur rechtenZeit bei seinen Pflegebefohlenen zur Hülfe erscheint. Die Zahlder rechtzeitig von den Aerzten, ohne Zuhülfenahme von Rettungs-,Sanitätswachen, Unfallstationen, mit erster Hülfe versorgten Patienten ineiner Stadt ist überhaupt eine so gewaltige, dass dagegen die Zahlender Fälle von Hülfsleistungen der vorhandenen Rettungseinrichtungenverschwinden müssen. Selbstverständlich giebt es keine Statistik über■diejenigen zahllosen Fälle, in welchen der Arzt rechtzeitig zu einemPatienten kommt. Es werden nur diejenigen Fälle Gegenstand auchzuweilen öffentlicher Angriffe auf den Aerztestand in der Tagespresse,wo ein Arzt nicht sofort aufzufinden oder nicht in seiner Behausunganwesend gewesen. Eine vollständige Unfallstatistik überhaupt zuliefern, ist unmöglich.
Die Ausstattung der weiteren Räume der Wache wird sich der son-stigen des Verbandzimmers in Bezug auf Reichhaltigkeit je nach denvorhandenen Mitteln anschliessen. Das Arztzimmer ist einfach zu halten,da ja immer zu bedenken ist, dass es nur vorübergehendem Aufenthaltevon höchstens der Ausdehnung einer .Nacht dienen soll. Natürlich mussdabei für eine gewisse Bequemlichkeit gesorgt sein. Gleichfalls sehreinfach ist das Wärterzimmer zu gestalten, welches eigentlich nur in derNacht zu benutzen ist, da am Tage der Wärter im Wachtzimmer sichaufhalten kann.
Der Warteraum kann gleichzeitig als Kanzleiraum dienen und dieFernsprechapparate aufnehmen, falls diese nicht im Arztzimmer an-gebracht werden. Die Dienst- und Wachtbücher sind sehr genau zuführen. Es ist der Name eines jeden diensthabenden Arztes und Wär-ters, sowie Angabe der Zeit, in welcher er Dienst thut, ferner im Wacht-buch genau der Name, Stand, Alter, Geschlecht der Hülfesuchenden,Bezeichnung der Zeit und des Tages, sowie Angaben über die Art derVerunglückung und der Verletzung aufzuführen, da besonders letzteresowohl für gerichtliche Zwecke, als auch für die Begutachtung für dieBerufsgenossenschaften Verwerthung finden können.
Ausser diesen Räumen muss jede Rettungswache über ein Closetverfügen oder ein solches wenigstens in unmittelbarer Nähe haben.Wenn angängig, ist auch ein Baderaum vorzusehen, welcher in vielenFällen, bei Patienten mit ausgedehnten Verbrennungen, Bewusstlosen,Nutzen haben kann.
Bezüglich der Hülfsleistung seitens der Wachen ist der in den
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