Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 583
auch andere Sportarten, bei welchen ja immer erhöhte Anforderungenan die Leistungsfähigkeit des Körpers gestellt werden, bedingen gewisseGefahren, deren Folgen sich häufig genug bei den Unfällen zeigen.
Die bei Hochgebirgsreisen sich alljährlich ereignenden schweren Un-glücksfälle haben die Aufmerksamkeit vieler Fachleute auch auf diesesGebiet gelenkt, und es sind daher in den letzten Jahren die Führerin der Leistung der ersten Hülfe besonders gut unterrichtet worden, wassicherlich nur zum Besten der Betheiligten beitragen kann.
Ferner ist Ertheilung von Samariterünterricht auf den Universitätenund in den gewerblichen Fachschulen zu empfehlen. Besonders dieStudirenden der Hochschulen — abgesehen von den oben erwähntenMedicinern —, welche später zum Theil auf dem Lande, wo die Be-schaffung ärztlicher Hülfe schwieriger als in den Städten ist, ihrenkünftigen Beruf zu erfüllen haben, geniessen mit grossem Vortheilsolche Unterweisung. Die Zöglinge von Fachschulen werden in ihrenBetrieben mit Nutzen ihre erworbenen Kenntnisse auf dem Gebiete derersten Hülfe verwerthen können.
Die Einführung des Samariterunterrichtes auf den technischen Hoch-schulen hatte Graf Douglas bereits in der Sitzung des PreussischenAbgeordnetenhauses am 2. Mai 1888 empfohlen. Sein Antrag:
„Das Haus der Abgeordneten wolle beschliessen:
Die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, auf den technischenHochschulen, technischen Unterrichtsanstalten aller Art, wie auf denLehrerseminarien Vorlesungen über die erste Hilfsleistung bei plötzlichenUnglücksfällen anzuordnen"wurde einstimmig angenommen und ins Werk gesetzt.
Der Samariterunterricht an den Universitäten wurde in etwas andererGestalt durch die Mitwirkung der Genossenschaft freiwilliger Kranken-pfleger im Kriege gefördert, wie noch darzulegen sein wird.
Auch bezüglich des Alters der Theilnehmer an solchem Unterrichtegehen die Meinungen noch auseinander. Man hat vorgeschlagen, ummöglichst viele Menschen der Kenntniss der ersten Hülfe theilhaftig werdenzu lassen, den Unterricht auch in den Volks- und anderen Schulen zuertheilen. Hiergegen haben sich aber mit Recht auch auf dem letztenSamaritertage .in Breslau 1900 viele Stimmen erhoben. Denn es musseine bestimmte Altersgrenze für solche Zwecke innegehalten werden,unter welche man nicht herabgehen darf, da jüngere Kinder ein richtigesVerständniss für den Unterricht nicht haben. Anders verhält es sichmit Schülern der höheren Olassen besonders von höheren Lehranstalten.Da diese sich gewöhnlich in einem vorgeschritteneren Alter von etwa17 Jahren befinden, kann man von ihnen ein Verständniss von diesenDingen eher erwarten. Schon Zarda hat das 16. Jahr als Altersgrenzefür die Theilnehmer an seinen Oursen festgesetzt. In den höheren Lehr-anstalten kann sich dieser Unterricht ohne Weiteres an den Unterricht derNaturkunde anschliessen, bei welcherGelegenheit dieLehrer jetzt den Bau desmenschlichen Körpers erläutern. Würde der Unterricht in der ersten Hülfe