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Es gehört also Festigkeit des Charakters und eine aus lautersterMenschenliebe entspringende Gesinnung zu den Vorbedingungen für dieTheilnahme von Laien an einem Unterrichte in der ersten Hülfe. Als Sport fürHerren oder Damen, welche aus Mode sich an einem solchen Unterrichtezu betheiligen wünschen, darf derselbe nicht angesehen werden. Sicher-lich ist der von Assmus aufgestellte Grundsatz richtig, nur solchePersonen in der ersten Hülfe zu unterweisen, welche durch ihren Berufin der Lage sind, häufig mit Verunglückten zu thun zu haben, welchealso da verkehren, wo viele Menschen in relativ kleinem Raum sich zu-sammenfinden, wie in Schulen, Fabriken, oder welche in Betriebenarbeiten, in welchen trotz aller Vorsichtsmaassregeln Unfälle nie ganz zuvermeiden sind, oder welche im öffentlichen Verkehr direkt thätig undaus diesem Grunde als Erste Zeugen der Unfälle sind, wie die Polizei-beamten, ferner die Beamten der Eisenbahnen und auch der Strassen-bahnen, deren Verkehr, z. B. in Berlin, eine sehr grosse Zahl von Un-fällen mit sich bringt, ferner diejenigen, welche bei Feuer- oder Wasser-gefahr wohl allerorts als erste zur Stelle sind, die Feuerwehrmänner,welche in vielen Städten auch zu Unglücksfällen aller Art herbeigerufenwerden, um hülfreiche Hand zu bieten, schliesslich Badediener, Schwimm-lehrer, Schleusenmeister, Lootsen, Fischer, welche besonders bei Unfällen,die das nasse Element hervorbringt, zuerst am Platze sind.
Es ist also nicht richtig, möglichst viele oder gar alle Menschenals Samariter auszubilden, wie dies auch verlangt ist, und noch inneuester Zeit im Bericht der Cölner Rettungsgesellschaft vom RotbenKreuz von Bardenheuer erwähnt wird. Dagegen spricht schon derUmstand, dass sehr viele der ausgebildeten Personen lange Zeit nichtihre Kenntnisse werden anwenden können und dann im Nothfalle nichtim Stande sind, das Richtige zu thun. Es werden jetzt stets die einmalausgebildeten Personen zu Wiederholungscursen in bestimmten Zeiträumenherangezogen, um die erlangten Kenntnisse immer wieder aufzufrischen;Solche AViederholungscurse aber einzurichten, wenn alle oder auch nurein Bruchtheil aller Menschen als Samariter ausgebildet sind, wäre ganzunmöglich. Also auch aus diesem Grunde muss eine Beschränkung derTheilnehmer an den Unterichtscursen auf bestimmte Berufsclassen oder-gruppen stattfinden.
Sehr wichtig erscheint es dagegen, möglichst viele Mitglieder derSportvereine in der ersten Hülfe auszubilden. Wenn auch gerade indiesen der betreffende Sport in zweckmässiger Weise betrieben wird, soereignen sich doch hierbei naturgemäss trotz aller Vorsicht der Einzelnenviele Unfälle, und da ärztliche Hülfe nicht immer in der Nähe vorhandensein kann, so erscheint es angebracht, Mitglieder von Sportvereinen undauch Personen, welche, ohne einem Fachvereine anzugehören, sich miteinem bestimmten Sport beschäftigen, in der Leistung der ersten Hülfezu unterrichten. Bedenkt man, wie häufig Ruderer, Segler, Radfahrer beigrösseren Touren an Stellen kommen, wo ärztliche Hülfe bisweilen sehrschwer erreichbar ist, so erscheint diese Forderung gewiss berechtigt. Aber