Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
573
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Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 573

Friesel-, Faul-Fiebern, Pocken oder Blattern, bey der Ruhr zu benehmen, und zuschützen habe, beygefügt werden.

Um Niemanden, weder in Studien, noch in bürgerlichen Arbeiten zu stöhren,sondern den Besuch meiner Vorlesungen auf alle Art zu erleichtern, habe ich dieStunde von 11 bis 12 an Sonn- und Feyertägen gewählt; und zwar vom 4. November1792 anzufangen.

Auch erbitte ich mich hiemit, zu jedem der hier kurz verzeich-neten Unglücksfälle zu oilen, und meine Kräfte anzuwenden, einendem Tode schon geopferten der Zahl der Lebendigen wieder zurück-zubringen, wenn mich anders diejenigen, welche die ersten zugegensind, davon verständigen, und in meiner Wohnung in der altstädtei*BergmailllSgasse beym Heuschober Nro. 35 wollen ruffen lassen, welches'ich besonders eine Wohll. Polizey der k. k. Hauptstadt Prag, derenMannschaft allerdings am ersten zu solchenUnglücken kömmt, ersuche,um derselben unermüdeten Thätigkeit einigermassen Hülfe zu leisten.

Zar da will den Samariterunterricht nur an Personen ertheilen,welche mindestens 16 Jahre alt sind, besonders an solche, welche aufdem Lande leben. Zum Schlüsse giebt er auch einige hygienische Ver-haltungsmaassregeln bei ansteckenden Krankheiten und erbietet sich auchbei Unglücksfällen zu Hülfe zu kommen — wohl sicher unentgeltlich,da wohl kaum von einem Professor anzunehmen ist, dass er sichsonst in dieser Weise dem Publikum angeboten. Die Schrift Zarda's„Von dem Nutzen über die Rettungsmittel in plötzlichen LebensgefahrenNichtärzten Unterricht zu geben" enthält viele Gesichtspunkte, welcheauch heute lesenswerth sind, da ja das Samariterthum in späterer Zeitwieder von Neuem sich Eingang verschaffte — natürlich als ganz neueEinrichtung angesehen und mit den gleichen Gründen und Angriffen be-kämpft als 100 Jahre vorher. Zar da will der irrigen Auffassung ent-gegentreten, dass „durch solche öffentliche medicinische Unterrichte anNichtärzte die Quacksalberey und Pfuscbery neuen Schutz" erhielte, „ob-schon die Gesetze auf der anderen Seite nicht genug Mühe anwendenkönnen, diesem um sich fressenden Staaten verheerenden Uebel Einhaltzu thun". Betreffs des Unterrichtes selbst sagt Zarda: „Das Lichtder wahren Aufklärung, jener Aufklärung, welche mit der Verfeinerungunserer soliden Herzensempfindungen parallel geht, dieses wohlthätigeLicht leuchtet auch hier, und es traten nun die grössten Aerzte Europensauf, dem Landvolke einen Wegweiser in zustossenden Krankheiten zuliefern, Aerzte, deren einiger Namen auch sowohl bey der ärztlichen alsnichtärztlichen Welt schon bey ihren' Lebzeiten verewigt sind; ein Tissot,Unzer, Scherf, Smythson, Ofterdinger, Rosenstein, Metzger,Firmin, Junker etc. etc. und wenn ich die grosse Verbreitung desUnterrieht für Hand- und Feldwundärzte betrachte, auch einFreyherr v. Störk. Wer je die Gelegenheit hatte, jene Landhütten zusehen, in welchen solch ein Author einmal Ansehen gewonnen hat, derwird sich gewiss freuen über den Sieg, welchen diese über die Quack-salberey und Scharletans allenthalben erhalten haben. Der Landmannfindet einige Begriffe über den gesunden und kranken Zustand seines