Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
507
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Fürsorge auf dem Gebiete des Rettungswesens. 507

Privilegie

van

Philips van Bourgondie

aan

kennemerland en kennemergevolg.

1455.

Ende oft gobeurde dat eenig mensche in 't waater viele waar 't Jonk of ond dat

een iegelyk dien mensoh nyt sal mögen trekken, alsoo lange als hy lyf in heeft, en

desgelyks waar hy doot or verdronken so sal men hem nyt den water mögen trekken,

sonder verbeuren, behoudelyk enz.

Keur

van

Philips van Bourgondie

aan di van

west zaanden en crommenie.

12. Maerte 1455.

Oft gebeurde eenige menschen in het waater vielen waer Jonck ofte oudt dat

een ygelyck dien mensche sal mögen trecken, alsoo langh als hy lyf in heeft, ende

desgelyck waer hy,doodt ofte verdroncken soo sal men hem nyt den water moghen

trecken, sonder verbeuren, behoudelyck dat men den voorsz verdroncken en dooden

mensche toonen sal eerst onsen Baillin ofte synen Stedehouder, ofte in syne absentie

den Schout aldaer, om te beschouwen den voorsz dooden eer men hem begraven sal,

ende daer naer binnen eenen natuyrlycken Dage daer mede gedaen worde 't geen dat

van reden wege behooren sal.

In den folgenden Verfügungen jener Zeit ist gleichfalls darauf hin-gewiesen, dass man in (Wassers-) Noth befindliehen Menschen helfen solle.Wenn sie aber todt, so müssen sie liegen bleiben bis zur Ankunft derObrigkeit. In welcher Weise die Hülfe ausgeführt werden soll, ist inden Verordnungen nicht gesagt. Es scheinen auch, wie aus einer Be-schreibung, welche einige Jahrhunderte später Pia lieferte, hervorgeht,Missverständnisse in Bezug auf das Herausholen von Ertrunkenen ausdem Wasser vorgekommen zu sein, die kein günstiges Licht auf die Huma-nität damaliger Zeit zu werfen geeignet sind.

Anscheinend sind die Missverständnisse durch den Wortlaut der be-hördlichen Verordnungen jener Zeit bewirkt worden, da gerade in den hier an-geführten Verfügungen das Verbot ausgesprochen ist, im Wasser befindlichePersonen ohne Zustimmung der obrigkeitlichen Behörde herauszuziehen.

Da war", sagte Pia,ein allgemeines Vorurtheil im Schwange, dass man sichnemlich, unter schwerer Strafe, nicht unterstehen durfte, einen Ertrunkenen- zuberühren oder aus dem Wasser hervorzuziehen, bevor man einen Commissär herbey-gerufen hätte, um den Vorgang zu Protokoll zu bringen; und es war erst alsdann,wenn jener die Beschaffenheit und Lage der Leiche verzeichnet hatte, dassman einige Versuche anstellen mochte, die immer auf die Bestätigung des Todeszielten; denn man hat vielleicht kein Beyspiel, dass man, nach Verlauf aller dafürnöthig erachteten Formalitäten, je einen einzigen Scheintodten gerettet hätte. Manbefestigte den vorgefundenen Körper des Ertrunkenen meistens an einen Nachen, undzog solchen nicht eher ganz aus dem Wasser hervor, bis in Beyseyn des Commissärs;auf dessen schriftlichen xVufsatz, die Anverwandten des Ertrunkenen, sich bei erfor-