Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
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477
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 477

Krankentransportwesens seitens der Behörden auch den wichtigsten Theildes Rettungswesens geordnet und damit demjenigen Theil meiner Forde-rungen genügt, welche ich seit Jahren erhoben.

Ausserdem ist in Frankreich eine sehr grosse Zahl von wohlthätigenGesellschaften vorhanden, welche Hülfe in Nothfällcn leisten und auchdie Beförderung von Verunglückten und Kranken ausführen. Ihre Ein-richtung wird im AufsatzRettungswesen" zu behandeln sein.

Noch in einzelnen anderen Städten Frankreichs sind organisirteVorkehrungeu für den Krankentransport vorhanden.

In Marseille besteht seit 1892 einBureau municipal d'Hygienepublique et de desinfection" welchem auch die Beförderung der Kranken,ansteckenden und nicht ansteckenden, obliegt. 4 Coupewagen, vonwelchen 2 im Inneren für leichte Reinigung eingerichtet sind, sind zurBeförderung von Personen mit ansteckenden Leiden bestimmt, und anbesonderen Stellen untergebracht. Der Transport wird kostenlos aus-geführt, die Herbeirufung geschieht durch das Polizeiamt, in welchem derKranke wohnt, oder in dringendem Falle auf mündliche Bestellung.

In Nantes richteten vor einigen Jahren die städtischen BehördendenService de prompte secours" ein, welcher ausser den ersten Hülfe-leistungen bei Unglücksfällen auch den Krankentransport umfasst. Der-selbe ist der städtischen Feuerwehr anvertraut.

5. Grossbritannien

Das Krankentransportwesen für Verunglückte und Verletzte ruht inden Händen der St. John Ambulance Association, welche über ganz Eng-land und Kolonien ausgebreitet ist und Zweiganstalten unterhält. FürBeförderung ansteckender Kranker sorgen meistens die Behörden dereinzelnen Städte. Musterhaft ist das Krankentransportwesen in dieserHinsicht in London geordnet. Es bildet hier eine eigene für sich be-stehende Einrichtung, welche als behördliches Institut nur die Beförde-rung der ansteckenden Kranken umfasst, während die Beförderung derVerunglückten ausser von der St. John Ambulance Association von derHospitals Association Ambulance ausgeführt wird.

In London und in ganz England betreiben die Behörden nur dieUnterbringung und Versorgung der ansteckenden Kranken in Kranken-häusern, und überlassen die Pflege der mit anderen Leiden behaftetenPersonen dem Gemeinsinn des Volkes, welches auch für diese DingeSummen aufbringt, welche uns, die wir leider nicht über so reiche undso viele reiche Landsleute verfügen, gewaltig erscheinen müssen. Vonden 131 Hospitälern, welche 1898 in London vorhanden waren, wurden121 durch freiwillige Beiträge der Bürger erhalten, während 10 städtischemit 4419 Betten der Aufsicht des Metropolitan Asylums Board unter-stehen und nur zur Aufnahme ansteckender Kranker dienen. Ausserdemsind zwei städtische Anstalten zur Aufnahme von Genesenden vorhanden,deren eine 764 Betten hat. Pockenkranke finden Aufnahme in denHospital Ships und einer Krankenanstalt, Pockengenesende in einem