Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
468
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468 G. Meyer,

Ein- und Zweispännigfahren eingerichtet. Zu jedem Transport rücken1 Oberfeuermann und zwei Mann (im Samariterdienst ausgebildet) aus.Der Wagen enthält Verbandmaterial und einige Medicamente, eine hän-gende Trage und zusammenklappbare Tragbahren. Ein kleiner Ofen zumHeizen mit Glühstoff ist vorgesehen, welcher keinen Dunst verbreitet.Am Vordersitz ist eine Glocke, die durch Treten ertönt, angebracht, umdas Nahen des Wagens anzukündigen.

Für die Beförderung nicht verunglückter Kranker sind 2 Wagen imstädtischen Krankenhause vorhanden, für welche die im Krankenhaus be-findlichen Pferde von einem Fuhrherrn gestellt werden. Die Benutzunginnerhalb des Weichbildes der Stadt kostet bei zahlungsfähigen Personen4 M. 50 Pfg. Für die Beförderung von ansteckenden Kranken istvorläufig ein besonderer Wagen nicht zur Stelle. Es wird der benutzteWagen nach einem solchen Transport von den städischen Desinfectoren,welche ebenfalls im Krankenhaus stationirt sind, mit Formalm desinfi-cirt. Transporte von ansteckenden Kranken kommen relativ selten vor.Nach Transport von Typhuskranken wird nur das Lager desinlicirt.

16. Stuttgart.

Seit 1891 ist hier ein nach Knauss Angaben gefertigter Wagen inBenutzung, welcher die Form einer eckigen Berline hat, also nach Artder Hamburger und Wiener Wagen erbaut ist. Die Hinterräder sindaber bei dem Wagen höher als das Vorderrad, und letzteres kann aufder Stelle unter dem Wagen durchgedreht werden. Die Fenster sindaus geriffeltem Glase hergestellt, welches den Einblick in den Wagenverhindert, ohne das Vorhänge angewendet werden. Die Einladung derTrage geschieht von der Seite, wobei die Seitenwand nach oben undunten aufgeklappt wird. Die Trage wird dann auf Rollen in denWagen hineingeschoben. Die obere Klappe wird durch drehbareStützen nach oben offen gehalten. Nach der Beladung werden dieKlappen mit Stecherschloss geschlossen. Die beiden vorhandenen inne-ren Sitze sind statt mit Polstern, wie der Fussboden, mit starken Gummi-platten belegt. Das gesammte Innere ist mit lackirtem Zinn-Aluminium-blech ausgeschlagen. Auf der Tragbahre liegt eine niedere Sprungfeder-matratze mit Gummituch und einer Decke. Die Räder haben Gummi-belag, in der Vorderwand ist ein herunterklappbares Fenster zum Ver-kehr mit dem Kutscher. In einem Ausschnitt der Hinterwand ist eineaussen angebrachte Laterne zur Beleuchtung des Inneren vorgesehen.Der Wagen ist wegen der Terrainverhälttiisse nur zweispännig zu fahrenund dient zur Beförderung Verunglückter und von Personen mit an-steckenden Krankheiten. Die Herbeirufung geschieht durch das Stadt-polizeiamt oder von der Berufsfeuerwehr, welche die Bespannung undFührung besorgt. Zwei als Samariter ausgebildete Feuermänner begleitenjeden Transport. Die Benutzung kostet 2,50 M. für eine Innen- und3 M. für eine Aussenfahrt und ist bei Unbemittelten unentgeltlich. Per-sonen mit ansteckenden Krankheiten dürfen Droschken nicht benutzen.