Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 467
den sind umgehend zu reparieren, damit die Wägen gleich wieder in den Dienst ge-stellt werden können.
Bei eingetretener Dunkelheit müssen vor Abfahrt der Wägen die Laternen ange-zündet werden. Abgebrannte Kerzen sind nach erfolgtem Einrücken sofort durchfrische zu ersetzen.
Das Rauchen während der Fahrten, überhaupt bei allen dienstlichen Ver-richtungen, ist verboten.
Der Wachkommandant bezw. Transportführer haftet für alle Vorkommnissewährend der Fahrt und auf der Unfallstelle.
Die Kutscher haben sich bei den Fahrten an die ortspolizeilichen Vorschriftenüber den Wagenverkehr zu halten.
An Krankentransportmaterial besitzt die' freiwillige Sanitäts-Haupt-kolonne „München" drei grosse Felddienstkrankenwagen, welche fürausserordentliche Unfälle verwendet werden können. Ferner sind ständigim Dienst zwei grosse und zwei leichte Krankenwagen; ein fünfterKrankenwagen in Equipagenform ist im Bau. Die ersteren beiden Wagendienen zur Aufnahme von je zwei liegenden und vier sitzenden Krankenund haben ein Aeusseres etwa wie ein Hotelomnibus, die leichterenKrankenwagen sind denen in Brüssel benutzten ähnlich und zur Aufnahmevon je einem liegenden und eventuell ein bis zwei sitzenden Krankenbestimmt. Ferner sind 25 Räderbahren im Dienst und zwar 14 auf den„Unfalldepots", 11 auf der Sanitätswache der Kolonne und im Lager-hausschuppen. In den 16 „Hülfsdepots" sind 16 Tragbahren unter-gebracht, im Hauptdepot 4. Ausserdem sind einfache Tragen, Trag-sitze, Tragstühle in grosser Zahl vorhanden. 2266 Krankenbeförderungenwurden 1900 ausgeführt.
Die „Vereinbarungen zwischen der Münchener Freiwilligen Rettungs-gesellschaft und der Freiwilligen Sanitäts-Hauptkolonne München", nachwelchen die Thätigkeit der beiden Körperschaften auf für bestimmte Ge-biete der Stadt abgegrenzt ist, hat nur für Beförderung von Verun-glückten Gültigkeit, nicht aber für die „bestellten" Krankentransporte.
14. Nürnberg.
Auch hier ist der Krankentransportdienst durch die freiwillige Sa-nitäts-Hauptcölonne geordnet. Dieselbe verfügt über mehrere Kranken-wagen, in welchen Verletzte, aber auch Personen mit ansteckendenKrankheiten befördert werden. Im letzteren Falle wird der Wagensofort nach dem Transport desinficirt und zwar die beweglichen Gegen-stände mit Dampf, das Uebrige und Wageninnere mit Formalinlampe.Zur Beförderung von an Cholera erkrankten Personen sind zwei Wagenim Besitze der Stadt, welche der Colonne im Bedarfsfalle zur Verfügunggestellt werden.
15. Stettin.Die Feuerwehr hat einen Krankenwagen, welcher nach dem Musterdes für Bremen nach Angabe von Branddirector Dittmann erbautenWagens hergestellt ist. Der Wagen ruht auf Gummirädern und ist zum
30*