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dort mit ihm künstliche Athmung zu üben. Haidane hat darauf hin-gewiesen, dass die frische Luft auf die Betäubten nachtheilig wirkesodass man nicht ohne Weiteres die ßewusstlosen in frische Luft brin-gen solle. Korbelius hat in seiner Arbeit einen Tragsessel beschriebenwelcher dem Stiegensessel von v. Mundy und Czerny ähnlich ist, undwelchen er besonders zum Gebrauch in Bergwerken empfiehlt, da er aufdie Fahrschale gestellt werden kann und dann noch einigen Begleiternauf Platz lässt. Wenn nun auch dieses Transportgeräth für Grubenrecht gute Dienste leisten wird, so kann ich doch die von Korbeliusabgebildete Art der Beförderung von Kranken durch Menschen allein nichtgut heissen. Dort umfasst der eine Träger den Kranken von hinten herunter den Armen und faltet seine Hände über der Brust des Verun-glückten, während der zweite Träger die von hinten her in den Knie-kehlen erfassten Beine des Kranken hält und zwischen den Beinen diesesgeht. Eine solche Beförderung ist aus dem Grunde zu widerrathen,weil, wie ich dies auf S. 372 dargelegt, der hintere Träger den Brust-korb des Kranken zusammendrückt und auch sonst in sehr unsichererWeise hält. Einen ßewusstlosen aber auf diese Art noch mehr die Athmungzu behindern, dürfte nicht empfehlenswerth sein.
V. Besondere Maassnahmen für Krankentransport durchImprovisationen.
Zwar ist diese an verschiedenen Stellen der vorliegenden Arbeit be-reits angedeutet, aber noch nicht zusammenhängend dargestellt. Portbemerkt mit Recht, dass für Friedenszeiten improvisirte Transport- undVerbandmittel nicht gebraucht, sondern die erforderlichen Stücke etats-mässig bereitgehalten werden sollen. Für grosse Städte sollen Impro-visationen nur ganz ausnahmsweise vorkommen. In einer Grossstadtmüssen stets die betreffenden Dinge vorräthig sein und nicht erst für denAugenblick hergestellt werden, da hier zahlreiche^Erkrankungs- und Un-glücksfälle sich ereignen, und zu viel Zeit durch besondere Herstellungvon Transportgeräthen verstreichen würde. Ganz anders gestalten sichdie Verhältnisse im Kriege, wo eine so grosse Zahl von Patienten vor-handen ist, dass unmöglich für alle in ausreichender Weise vorgesorgtwerden kann. Es beschäftigt sich daher auch die freiwillige Kranken-pflege für den Krieg hervorragend mit der Einübung der Improvisationder Geräthschaften, und auch die staatlich eingerichtete Kriegskranken-pflege berücksichtigt diese Verhältnisse in hohem Maasse.
Sehr wichtig ist die Improvisation für das flache Land. Die obenkurz geschilderte Art der Krankentransporteinrichtung auf dem Lande istals Improvisation anzusehen, bei welcher ein nicht für die Zwecke desKrankentransportes gebauter Wagen durch Anbringung verschiedener Vor-kehrungen für diesen Zweck hergestellt wird. Auch die Herrichtungeines Feldwagens mit Stroh oder Betten gehört hierher, und ferner lassensich verschiedene Arten von Improvisationen hier bewirken, welche sich