Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
436
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436 G. Meyer,

selben auch besonderer Werth zu legen, falls eine Beförderung einesKranken in einer solchen stattgefunden. Eine Lagerung der Krankenneben dem Maschinenraum ist möglichst zu vermeiden.

Csatary-ßudapest und Bambas-Athen hoben auf dem internatio-nalen Hygienecongress zu Budapest 1984 hervor, dass internationale Ver-einbarungen zwischen den einzelnen Staaten erforderlich wären um mög-lichst gleichmässige Behandlung aller dieser Fragen in den einzelnenLändern zu bewirken, auch auf dem zweiten internationalen Congress fürEisenbahn und Schiffshygienc in Brüssel 1897 wurden ähnliche Vorschlägegemacht. Meine eigenen Anträge, welche ich auf dem internationalenCongress für Rettungswesen und erste Hülfe in Paris 1900 stellte, undwelche ich oben angegeben, wurden nach dem Vorschlage des VorsitzendenRamonat einstimmig gutgeheissen, aber nicht in dem von mir gefordertenSinne weiter erledigt. Hoffentlich wird durch die auf dem BrüsselerCongress eingesetzte internationale Commission, zu welcher unter anderenvon Deutschland Brähmer gehört, eine Ordnung ausgearbeitet, welche vonden einzelnen Ländern angenommen wird, sodass die wichtige Frage derBeförderung kranker Reisender auf Schiffen und Eisenbahnen ineinheitlichem Sinne gelöst oder wenigstens der Lösung näher gebracht wird.

Von den erwähnten eigenen Krankentransportschiffen ist in Hamburgim Hafen ein Dampfschiff mit einer Kajüte, welche zwei Abtheilungenenthält, deren eine zur Bergung von ansteckenden, die andere für nichtansteckende Kranke bestimmt ist. Das Boot dient dazu, Kranke vonden im Hafen liegenden Schiffen aufzunehmen und ans Land zu bringen,wo d.ann ein Krankenwagen ihrer weiteren Beförderung wartet.

In London sind die Krankenschiffe für die Beförderung von Pocken-kranken bestimmt, welche in London ausser im Smallpox-Hospital (fürzahlende Personen) in den Hospital Ships untergebracht werden. Dieseunterstehen dem Metropolitan Asylums Board, sind also städtisch undnehmen unter gleichen Bedingungen, wie die anderen städtischen Kran-kenhäuser sonstige ansteckende Kranke, Pockenkranke auf und bewirkenihre Ueberführung in eigene Genesungsanstalten. Ich folge in der Be-schreibung der Schiffe meiner 1898 erschienenen Schilderung und fügezum besseren Verständniss der gesammten Versorgung der Pockenkran-ken, welche hiermit eng zusammenhängt, eine Beschreibung der HospitalShips aus jener Schrift bei:

Zu diesen Schiffen, drei an der Zahl, werden die Kranken in sechseigenen Dampfern gebracht, die von drei bestimmten Werften an ver-schiedenen Stellen des Ufers der Themse abfahren. Zwei dieser Werften,welche nach ihrer geographischen Lage als South, North und WestWharfe bezeichnet sind, besitzen vollständige eigene Beobachtungsstationen,zu welchen die Kranken in Krankenwagen befördert werden. Die Art,in welcher dies in directer Weise von aussen her geschieht, ist ähnlichder vorher im Allgemeinen geschilderten 1 ). Befindet sich jedoch der

1) Siehe meine erwähnte Schrift.