Druckschrift 
2,1 (1902)
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434
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434 G. Meyer,

II. Besondere Maassnahmen für Krankentransport zu Wasser.

Die Beförderung von kranken Menschen auf dem Wasser findet wohlfast ausschliesslich auf Schiffen statt. Es ist auch hier, wie bei derEisenbahn, zu unterscheiden zwischen vorbereiteten Transportenvon Kranken auf Schiffen, welche eigentlich für diesen Zweck ausgerüstetsind, und solchen Transporten, wo eine auf einem Schiffe befindlichePerson zufällig an einer Krankheit erkrankt, welche besondere Artenvon Beförderung sowohl im Interesse des Kranken als der Umgebungerforderlich macht.

Kranke Menschen werden zu Wasser, d. h. auf Flüssen, wo keinestarken Bewegungen des Schiffes stattfinden, in sehr schonender Weisebefördert. Weniger schonend ist der Transport auf der See, wo er z. B.bei der Kriegsmarine oder auf einer Seefahrt bei Erkrankung einer Personunterwegs auch stattfinden muss, und die Schwankungen des Schiffes nichtimmer angenehm für die Insassen sind. Natürlich kann die Beförderungmit allen Arten von Schiffen stattfinden, sei es dass sie mit Dampf,Segeln, Rudern oder auch den modernen Motoren fortbewegt werden.Für die Zwecke von vorbereiteten Transporten werden vorläufig dieersten Arten der Triebkräfte in Frage kommen, während bei unvorher-gesehenen Fällen auch ein Motorboot, wenn solches zufällig bei derHand, verwendet wird. Eine Bereitstellung von Schiffen in Städten fürden Wassertransport von Kranken findet sich wohl nur an zwei Orten, inHamburg und London. Bei der Kriegsmarine sind eigene Schiffe fürdie Krankenbeförderung vorgesehen und wie auch bei der Han-delsmarine in den einzelnen Schiffen eigene Abtheilungen zur Unter-bringung von Kranken vorhanden. Auch für Landkriege wird dieVorwundetenbeförderung zu Wasser bei den Heeren verschiedener Länderin besonderen Schiffen vorbereitet, da der Krankentransport zu Wasserdie von den Heereszügen erheblich in Anspruch genommenen Land-strassen entlastet.

Für die Beförderung von Kranken auf dem Wasser sind ausser denSchiffen noch besondere Transportgeräthe erforderlich, und zwar wie aufdem Lande Tragen und ferner Hängematten, welche besonders sich fürSchiffstransporte eignen, da in ihnen die Kranken gleichzeitig nach demTransporte verbleiben können, indem die Hängematte als Lagerstättedient. Die für die Kriegsmarine gebräuchlichen Tragmittel sind denjetzt auf den Kriegsschiffen vorhandenen Räumen angepasst und sind inden einzelnen Ländern sehr verschiedene.

Gleich wie die Beförderung kranker Reisender auf Eisenbahnen istauch die Beförderung von Reisenden auf Schiffen seit langen ZeitenGegenstand der Aufmerksamkeit der Behörden gewesen und natürlichseit viel längerer Zeit, da ja Eisenbahnen erst um die Mitte des vorigenJahrhunderts eingeführt worden sind. Seit der Dampf als Triebmittelfür die Schiffsmaschinen eingeführt wurde, war es klar, dass in sehrkurzer Zeit Krankheiten durch Reisende von einem Lande ins andere,