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2,1 (1902)
Entstehung
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433
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 433

Beförderung von Kranken zur Verfügung. Ueber seine Verwendbarkeitist nichts Genaueres bisher bekannt. Der Betrieb von Fahrzeugen zurBeförderung von kranken Menschen mit

4. Motoren,

welchen ich bereits in meinen früheren Arbeiten als möglich angedeutet,ist bis jetzt noch nicht in einer verwerthbaren Form verwirklicht worden.Es lag ja der Gedanke nahe, die für den allgemeinen öffentlichen Verkehrbenutzten Bewegungsmittel auch für die Krankenwagen dienstbar zu machen.Leitend ist hierfür die Absicht, die Benutzung der Pferde zu ersparenund ein Mittel bereit zu haben, welches möglichst unabhängig von denvielen Unzuträglichkeiten ist, welche die Verwendung von Pferden mitsich bringt, besonders Unterhaltung von Stallräumlichkeiten vonPferden selbst, von besonderem Personal u. s. w. Aber es scheint,dass noch eine geraume Zeit vergehen wird, bis geeignete Motorenfür diese Zwecke vorhanden sein werden. Zunächst ist die erste An-schaffung von Motoren noch sehr kostspielig, ihre Unterhaltung istgleichfalls mit grossen Ausgaben verbunden, und ferner ist bei den inFrage kommenden Motoren elektrischen und Benzin- ein Versagennoch recht häufig beobachtet worden. Gerade dieser Punkt aber hat fürden Krankentransport hohe Bedeutung. Soll von einem Ort zu einemanderen ein Kranker mit grosser Schnelligkeit gebracht werden, um z. B.einer Tracheotomie unterzogen zu werden, und unterwegs versagt derMotor, oder an seinen Pneumatics entsteht eine Betriebsstörung, so kannfür den Kranken ein unberechenbarer Schaden entstehen. Die elektrischenMotoren haben vor den Benzinmotoren den Vorzug, dass sie wenigerErschütterungen bewirken, aber die StÖsse sind auch bei ihnen nochsehr bedeutende, sodass vorläufig eine Aussicht auf ihre weitere Be-nutzung zur Krankenbeförderung nicht vorhanden ist, bis fernere Ver-suche die sehr erheblichen Erschütterungen und anderen Nachtheile derMotoren nicht einigermaassen beseitigt haben.

Der Motor kann entweder an einem Krankenwagen direct angebrachtwerden, wie dies bei den jetzt vielfach benutzten Geschäftswagen der Fallist, oder es kann auch ein Motordreirad mit einem Fahrer vor dem Wagenals Triebmittel sich befinden. Im letzteren Falle sind die Kosten eigent-lich nicht viel geringere als bei Pferdebenutzung, aber die Schnelligkeitder Ausfahrt ist eine grössere. Wenn man jedoch, wie dies bei derWiener und Budapester freiwilligen Rettungsgesellschaft z. B. der Fallist, einen Krankenwagen mit Pferden bespannt zur Ausfahrt bereit stellt,so ist die Ausfahrt auch schnell zu bewerkstelligen. Durch Anbringungdes Geschirrs an den Wagendeichseln, wie bei der Berliner Feuerwehr,ist gleichfalls sehr schnelle Ausfahrt zu erzielen, sodass die Wagen,besonders wenn sie als Rettungswagen zur Beförderung von Verunglücktenbestimmt sind, mit dieser Geschirranbringung versehen werden sollten.

Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. II. Bd. 28