Fürsorge auf dem Gebiete des Kranlientransportwesens. 417
von mehreren Kranken in einem Wagen wird es wegen seiner leichtenAufstellbarkeit sich gut anwenden lassen. Bei diesem System sind Gas-rohre benutzt, welche in Güterwagen aufgestellt werden. Am oberenEnde sind durch Verschraubung herzustellende Verlängerungen vorhanden,welche durch dreizackige Klauen gegen die Wagendecke festgedrücktwerden, während unten das Rohr auf viereckiger Grundlage endigt, derenMitte eine Stahlspitze hat. Hierdurch werden die Rohre oben und untensicher festgestellt. Ein Ausreissen, wie dies mit den Teufelsklauen beimHamburger System gelegentlich geschehen, ist dureh diese Anordnung aus-geschlossen. Linxweiler hat verschiedene Abarten seines Systems an-gegeben, welches in der freiwilligen Krankenpflege bei den Vereinen vomRothen Kreuz jetzt vielfach verwendet wird.
Das von mir construirte und oben (S. 409) abgebildete Transport-geräth ist auch bei Transporten von Kranken und Verletzten in Civil-verhältnissen in Eisenbahngüterwagen mit V ortheil zu verwenden.
Fröhlich empfiehlt starre und freie Aufhängung der Tragen inEisenbahnwagen, um selbslständige Bewegung der Bahren und Berührungder Fussböden und Wände zu verhindern. Er hat ein einfaches Ver-fahren angegeben, um einen Eisenbahnwagen in einen Krankenwagen um-zuändern. Einige mit ovalen Löchern versehene Holzpfeiler werden senk-recht gegen die Wände befestigt. In den Löchern werden sinnreich her-gestellte schmiedeiserne Haken angebracht und an ihnen doppelte Schleifenaufgehängt, deren oberes Ende zu einem Metallring verläuft. Vermittelstder Schleifen werden die Tragen aufgehängt.
Diese letzteren Anbringungen der Tragen in den Eisenbahnwagengehören bereits in den Bereich der Improvisationen, welche im Zusammen-hango noch besprochen werden.
Um einen Kranken liegend in der Eisenbahn fortzuschaffen, ist er inden Wagen hinaufzuheben, leichter Erkrankte können wohl auf einerBank eines Abtheils sitzend befördert werden. Für den ersten Fallsteigt ein Mann in den Wagen und fasst den auf einer Trage liegendenoder von Trägern gehaltenen Kranken unter den Schultern, währendBecken und Unterschenkel von anderen Trägern umfasst werden, undeventuell ein besonderer Träger ein verletztes Glied nachhebt. Soll oderkann der Kranke auf der Trage befördert werden, mit welcher er anden AVagen gebracht wurde, so steigt auch in diesem Falle ein Träger inden Wagen zuerst hinein und erfasst das ihm zunächst gelegene Ende,der von zwei anderen Trägern erhobenen Trage, welche er dann sanftin den Wagen hineinhebt. Hierauf steigen die anderen Träger in denWagen hinein und bringen die Bahre an ihren bestimmten Platz. ImNothfalle kann man auch die beiden gegenüberliegenden Sitzreihen durchein an der einen Seite übergelegtes Brett verbinden, und auf diesemLager dann den Kranken betten. In der Bahn müssen Schwerkrankebisweilen in ihren Betten befördert werden, was für andere Transportebesonders in den Städten stets dringend zu widerrathen ist. BesondereTragsessel sind für Kranke auf den Bahnsteigen der Stationen noth-?
Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. II. Bd. 57