416 G. Meyer,
lichkeit des Patienten erforderlichen Gegenstände sind vom Reisendenselbst bereitzustellen und werden im Wagen ohne weitere Gebühr mit-genommen. Diese Kosten für einen Transport sind sehr hoch, und esist dies mit ein Grund, dass von den Salonwagen nur wenig Gebrauchgemacht wird, was im Interesse der Hygiene wenig erfreulich ist. Ichhabe den Wagen der Eisenbahndirection Berlin, sowie die in Baiern undin Ungarn vorhandenen sogenannten „Rettungswagen" in meinem Auf-satze in der Real-Encyclopädie der gesammten Heilkunde abgebildet.In Preussen und Oesterreich heisst der Wagen „Rettungswagen", der diezur Ausbesserung des Materialschadens erforderlichen Gegenstände enthältwährend in Ungarn die zur Beförderung der Verletzten dienenden Wagendiese Bezeichnung führen. Zur möglichsten Verringerung der gerade inEisenbahnwagen sehr stark auftretenden Erschütterungen ist der Wagen-kasten des Berliner Wagens auf dem eisernen Untergestell durch Kaut-schukunterlagen elastisch gelagert.
Ganz hervorragend ist bei unserem Heere das Krankenbeförderungs-wesen auf den Eisenbahnen geordnet. Es sind eigene Transportwagenvorgesehen, in welchen eine ziemlich grosse Zahl von Verwundeten be-fördert werden kann, ferner sind besondere Vorrichtungen ersonnenworden, um in Güterwagen eine möglichst schonende Transportirungder Verletzten zu ermöglichen. Die beiden Haupttypen von Anbringungder Tragen im Inneren der Wagen sind das Grund'sehe System, beiwelchem die Tragen auf Stangen aufgestellt werden, welche auf Blatt-federn elastisch ruhen. Letztere sind auf dem Boden der Wagen be-festigt. Beim Hamburger System werden die Tragen an eisernen Trägernaufgehängt, welche an den Querleisten der Wagendecke mit Klammern„Teufelsklauen" angebracht sind. Man hat auch in einem Wagen beideAnordnungen vereinigt, oder zur Ausnutzung des unteren Raumes beider Hamburger Anordnung an den eisernen Trägern gleichgestaltetenach unten verlaufende Träger angebracht, in welchen dann die unterenTragen eingehängt werden, eine nicht empfehlenswerthe Zusammen-stellung, weil die Anbringung der unteren Tragen wegen der Hin- undHerbewegung der oberen Träger sehr schwierig ist. Die neueste Be-festigungsart der Tragen in den Eisenbahnwagen erfolgt an Gestellen,an welchen die Tragen in zwei Stockwerken so aufgehängt werden, dassErschütterungen in den drei Achsen des Raumes möglichst vermiedenwerden. Ueber die Anbringung der Tragen in den Eisenbahnen sind inallen Ländern zahlreiche Versuche gemacht worden, welche in vielenWerken veröffentlicht sind. Die Fortschaffung der Verletzten im Kriegekann ja in letzter Linie nur mit Hülfe der Eisenbahnen geschehen, mitAusnahme von denjenigen Fällen, wo eine Massenbeförderung auch aufFlussschiffen möglich ist.
Zu erwähnen ist an dieser Stelle auch das System Linxweiler,welches für Hülfslazarethzüge im Kriege ersonnen, sich auch gut beson-ders für Massentransporte von ansteckenden Kranken, welche mit derBahn zu befördern wären, bewähren könnte. Auch für Transporte