Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
407
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 407

dem Schosse ihrer Angehörigen oder Pflegerinnen befördert werden können,und daher besondere Wagen zum Sitzen für die Beförderung krankerKinder bereit gehalten werden müssten. In Wien, wo früher solcheWagen vorhanden waren, hat man jetzt von ihrer Benutzung Abstandgenommen. Ganz angebracht würde es sein, im Wagen für solcheZwecke einen Stuhl aufzustellen — vielleicht aus Metall, wenn ein Kindmit ansteckender Krankheit befördert werden soll ■— auf welchem dieMutter oder Begleiterin Platz nimmt.

Die wichtigste Sorge um die Person des Kranken bei seiner Be-förderung besteht in Vermeidung der Erschütterungen. Diese sollte stetsdurch im Innern des Wagens angebrachte Vorrichtungen geschehen, denndie aussen vorhandenen Vorkehrungen wirken hauptsächlich auf denWagenkasten, während Gegenstände im Inneren nicht direkt von ihnenbetroffen werden. Aus diesem Grunde sollen ausser den an den Rädernvorgesehenen Federn noch Vorkehrungen zur Verringerung der Erschütte-rungen im Innern vorhanden sein. Die bisher angegebenen Maass-nahmen sind sehr verschiedener Art und in einzelnen Städten nachbesonderen Gesichtspunkten angeordnet. Bei fast allen waltetdie Absicht ob, die in senkrechter Richtung erfolgenden Stösseund Erschütterungen zu mildern, in einzelnen Fällen sind auch Mass-nahmen gegen wagerechtc Stösse angebracht, ohne dass jedoch zuerkennen ist, dass ein durchdachter Grundsatz bei der Herstellung dieserVorkehrungen gewaltet hat. Ich habe wohl als erster in einer früheren ■Arbeit auf die einzelnen Arten der bei einem gewöhnlichen Krankenwagenerfolgenden Stösse aufmerksam gemacht, welche zum Theil bei Eisen-bahnwagen bereits beschrieben sind, aber sich bei jedem fortbewegtenFuhrwerk in mehr oder weniger ausgeprägter Weise finden:

„Die Bewegungen eines Körpers im Räume verlaufen im Allgemeinenals geradlinige und als Drehbewegungen. Die beim Krankentransportvorkommenden Erschütterungen des Kranken setzen sich aus diesen Be-wegungen, beziehungsweise deren Resultanten (nach dem Gesetz des Par-allelogramms der Kräfte) zusammen. Die geradlinigen Bewegungenfinden in der Richtung der drei Coordinaten des Raumes statt. Diebei Krankentransportwagen vorkommenden Bewegungen setzen sich zu-sammen aus: .

1. senkrecht gerichteten Bewegungen, Federbewegungen des Wagens(Blattfedern), (der technische Ausdruck für diese Bewegung eines Wagensist Wogen);

2. wagereeht gerichteten Bewegungen (technisch'Zucken). Dieselbenbestehen aus:

a) unbeabsichtigtem Spiel der Federn, welches durch Dehnung ein-seitig befestigter Federn bedingt ist,

b) ungleichmässiger Geschwindigkeit der treibenden Kräfte,

c) Unebenheiten des Weges,

welche letztere beide eine ungleichmässige Beschleunigung des Fahrzeugesbedingen;