Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
406
Einzelbild herunterladen
 

406 G. Meyer,

Die auf der anderen Seite des Wagens übrig bleibenden Sitze sind fürdie Nurse und sonstigen Begleiter bestimmt. Aeusserlich sind die Wagendunkelgrün lackirt, im Obertheil der Thüren sind Fenster aus durchsich-tig weissem Kathedralglas eingefügt, welches genügend Licht in das In-nere des Wagens hindurch!ässt, ohne dass von aussen die darin befind-lichen Personen und Gegenstände deutlich erkennbar sind. Am Kutsch-bock befindet sich als Zeichen in sehr kleinem Maassstabe der Anfangs-buchstabe der betreffenden Station (B. W. etc.) mit der Nummer desWagens, umgeben von der Schnalle des Hosenbandordens mit den Wor-ten: „Metropolitan Asylums Board." An jeder Seite des Bockes ist eineWagenlaterne. Rothe Kreuze oder sonst aufällige Zeichen,welche diese Wagen besonders kenntlich machten, fehlen voll-kommen. Jeder Wagen hat an den Hinterrädern Bremsen und wirdje nach der zurückzulegenden Entfernung von einem oder zwei Pferdenfortbewegt.

Die Lüftung dieser Wagen geschieht durch unterhalb der Decke be-findliche Oeffnungen, die mit schrägen, dachziegelartig angeordneten Ein-sätzen zur Abhaltung directen Luftzuges versehen sind."

Ausserdem sind noch andere Arten von Wagen vorhanden, welcheich gleichfalls a. a. 0. beschrieben.

„Das Aeusscre der Wagen in Omnibusform ist dem der eben be-schriebenen im Grossen und Ganzen ähnlich. Die Seitenwände dieserWagen sind geschlossen, haben je zwei nebeneinander liegende Fenster,die Hinterthür des Wagens wird in der Mitte geöffnet. Eine Trage kannauf dem Boden auf Blattfedern aufgesetzt werden (für Typhuskranke),eine zweite hat über der ersten Platz und wird auf fest angebrachtenSchienen eingeschoben. Die Obertheile der Wände sind mit schräg ver-stellten Oeffnungen versehen, ausserdem ist auf der Decke ein dach-reiterartiger Aufsatz zur Lüftung angebracht. Auf dem Fussboden liegenGummidecken. Neben dem Kutschbock befinden sich zwei Laternen.

Bei jedem Transport wird ein Erfrischungskasten aus Metall mit-geführt, welcher Cognac, Wein, Milch und Wasser für den Patientenenthält.

Die dritte Wagenart ist zur Beförderung von Reconvalescenten be-stimmt. Es sind Omnibusse, welche äusserlich den eben beschriebenengleichen. Die Dachreiterlüftung fehlt, die obere Wagendecke trägtaussen am Rande ein eisernes Gitter. Im Inneren sind einander inder Längsrichtung gegenüberliegende Holzbänke für die Insassen her-gestellt.

Je nach der zurückzulegenden Entfernung werden auch diese letz-teren Wagen mit einem oder zwei Pferden bespannt. Zur Beförderungvon Pockenkranken aus ihren Häusern müssen stets besondere Kranken-wagen benutzt werden."

1894 habe ich bereits auch angeführt, dass die Beförderung vonKindern in den grossen Transportwagen besonders für die AngehörigenUnzuträglichkeiten habe, da kleine Kinder vielfach auf den Armen oder