Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
408
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408 G. Meyer,

3. horizontal gerichteten Bewegungen (technisch Wanken), welchesenkrecht zur Eichtung der vorigen verlaufen. Diese setzen sich theo-retisch aus einzelnen Drehbewegungen zusammen, deren Drehpunkt auder Berührungsstelle des Kades mit dem Erdboden gelegen ist; prak-tisch können sie als horizontale geradlienigc Bewegungen angesehenwerden.

Die Drehbewegungen finden um die drei Coordinatenachsen desBaumes statt. Die Drehbewegungen des Krankentranspörtwagens gehenum dessen Schwerpunkt vor sich, welcher den Schnittpunkt der dreiOoordinaten darstellt. Die Lage des Schwerpunktes schwankt je nachder Belastung des Wagens. Die Drehbewegungen erfolgen also:

1. um die Längachse (diese waren bereits in der dritten Gruppe dergeradlinigen Bewegungen erwähnt);

2. um die auf der Längsachse senkrecht stehende Wagerechte (tech-nisch als Nicken bezeichnet));

3. um die auf der Längsachse senkrecht stehende Vertikale(Schlingern).

Die Uebertragung der Erschütterungen des Wagens auf den zu be-fördernden Menschen wird prinzipiell dadurch verhindert, dass der zutransportirende Körper entschieden elastisch im Baume angebracht wird.Die bisher bekannten und angewendeten Mittel haben die geradlinigerfolgenden Erschütterungen wohl verringern können, aber nicht genügenddie in Folge der Drehbewegungen auftretenden Schwankungen berück-sichtigt, zu deren Einschränkung es erforderlich wäre, die Last demSchwerpunkt des Wagens möglichst zu nähern. Aus praktischen Gründenist dieses uicht immer ausführbar, so dass andere Mittel zur Erreichungder Abschwächung der durch Drehung hervorgerufenen Stösse ersonnenwerden müssen."

Merke hat zur Vermeidung der Erschütterungen im Inneren desWagens eine Neueinrichtung geschaffen. „Er setzt nämlich (allerdingsohne Berücksichtigung des Schwerpunktes des Wagens) das Transport-mittel mit dem darauf oder darin befindlichen Kranken auf eine imAVagen schwebende Bühne, welche an Federn enthaltenden Drähten hängt,während an den Seiten der Bühne angebrachte Puffer die nach den ver-schiedenen geraden Bichtungen erfolgenden Stösse mildern. Wiewohldiese Bauart wohl besser als die sonstigen die Erschütterungen für denBeförderungen abzuschwächen im Stande ist, so sind doch dabei nichtdie Drehbewegungen berücksichtigt, und ich kann nur sagen, dass bisherbei keiner einzigen Vorrichtung an Tranportwagen dieses genügend oderüberhaupt geschehen ist." (Vor kurzer Zeit hat Merke sein Systemverändert. Die Aufhängung des Tragbodens ist beibehalten, an seinerUnterseite sind Eisenstäbe befestigt, die durch den Wagenboden beweg-lich hin- und hergleiten und eine besonders angeordnete Führung haben.)

Ich habe den Tragboden im Innern des Wagens federnd auf hohlenGummikugeln von beträchtlicher Wandstärke aufgestellt. Die Kugelnruhen in flachen Schalen und bewegen sich gegen Schalen von grösserem