Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
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404
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404 G. Meyer,

jedoch kann dieselbe auch durch Dachreiter erfolgen, wie dies bei denWagen einzelner Städte der Fall ist. Da, wie noch darzulegen seinwird, besonderer Werth auf die glatte Gestaltung des gesarnmten Wagen-inneren zu legen ist, so ist die Anlage der Fenster auch nach dieserRichtung sehr genau herzustellen. Sie müssen so eingelassen werdendass die Scheibe nicht nach aussen, sondern nach innen glatt anliegtund daher auch der Rahmen des Fensters sich aussen befindet. WändeDecke undFussboden sind möglichst glatt zu gestalten, die aneinanderstossen-den Theile der Wände und Decke sind abzurunden. Diese selbst werdenmit einem abwaschbaren Oelfarbenanstrich versehen, der Fussboden mitLinoleum belegt. Man hat, um glatte Wände zu erzielen, diese an manchenOrten — Altona, Wien— mit Zinkblech ausgeschlagen. Viel einfacher ist dasVerfahren des Anstriches und auch zweckmässiger, da bei der Belegung mitMetall doch immer Absätze entstehen, welche zur Ablagerung von Un-reinlichkeiten Veranlassung geben. Im Inneren des Wagens ist eine Vor-richtung herzustellen, mit welcher es den Insassen ermöglicht ist, sichnach aussen zum Kutscher bemerkbar zu machen. Man kann durcheine kleine Oeffnung in der Vorderwand eine Schnur ziehen, welche zumKutscher verläuft, oder das Fenster in der Vorderwand zum Oeffnen ein-richten, um ohne Weiteres mit dem Kutscher in Verbindung zu treten.

Die Beleuchtung des Wageninneren ist niemals zu unterlassen. Siekann geschehen, wie dies bereits oben angedeutet ist, oder in einer Weise,welche ich in einem für die Stadt Kiel bestimmten Krankenwagen ange-geben, wo die Beleuchtung ähnlich wie in den Strassenbahnwagen ange-ordnet ist. Der Laternenkasten befindet sich aussen am Wagen, wäh-rend das Licht nach innen durch eine Glasscheibe fällt, welche glatt indie Innenwand eingelassen ist. Diese Anordnung findet sich auch indem neuen Wagen von Stuttgart, während beim Krankenwagen in Altonadas Laternenglas tiefer eingesetzt ist, sodass es sich nicht im Niveauder Wand befindet.

Um eine zu grelle Beleuchtung für den Kranken abzublenden, wirdvon aussen zwischen den Laternenkasten und Wagenwand in einen Falzeine grüne Glasscheibe eingeschoben, um eine innen anzubringende Gardinezu vermeiden. In den Wagen der St. John Ambulance Association inLondon befindet sich ein kleiner Stromsammler mit einer beweglich be-festigten Glühlampe, welche gestattet, Beleuchtung nach Bedarf an ver-schiedene Stellen des Wagens zu bringen. Die Mitführung grössererAccumulatoren aussen am Wagen mit Leitung nach innen oder im In-neren des Wagens ist wegen der Schwere dieser Apparate nicht em-pfehlenswerth.

Das in Eisenbahnwagen verwendete Oelgas wird meines Wissensnirgends in Krankenwagen gebraucht.

Schwieriger gestaltet sich die künstliche Erwärmung eines Kranken-wagens in kalter Jahreszeit, welche allerdings von Einzelnen für nichterforderlich gehalten wird. Ich halte dieselbe für durchaus nothwendigund für die Behaglichkeit des Kranken für unentbehrlich. Sie ist in den