Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
403
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 403

die Glocke an der Seite des Kutschersitzes durch eine mit dem Puss inBewegung zu setzende Feder zum Tönen gebracht wird, um entgegen-kommende Fuhrwerke zum Ausweichen zu veranlassen. Ich kann einersolchen Einrichtung nur beistimmen, wenn die Glocke dann erschallt,wenn kein Kranker im Wagen sich befindet, der Wagen also schnell anden Bestimmungsort gelangen soll, was ja stets, von Vortheil ist. Ist einPatient im Wagen, so darf kein Klingeln am Wagen ertönen, da dasselbeden Kranken in empfindlicher Weise stören kann. Vielleicht könntensichtbare Zeichen am Wagen angebracht werden, welche, nur wenn derPatient bereits im Wagen sich befindet, eingestellt werden (damit derKranke durch ihren Anblick nicht aufgeregt wird).

Ganz besonders ist hervorzuheben, dass grelle Farben (in Berlinsind die Wagen einer Körperschaft für erste Hülfe sogar w r eiss ange-strichen) für den Anstrich von Krankenwagen durchaus vermieden wer-den sollen, weil solche für den Kranken niemals angenehm wirken.Eothe Kreuze von den Abmessungen, wie sie die Krankenwagen in Ber-lin tragen, sind aus dem gleichen Grunde entbehrlich. In Leipzig, Wien,Budapest ist aussen am Wagenschlag das Wappen der betreffenden Ret-tungsvereinigung, in London das Wahrzeichen des Metropolitan AsylumsBoard, des städtischen Gesundheitsamtes, angebracht, die Wagen selbstsind an allen Orten, welche ich besucht, dunkelfarbig gemalt. Eineeinzige Ausnahme machen die oben erwähnten Wagen in Berlin, welcheaber wenigstens der Umgebung erheblich auffallen.

Ob Krankenwagen ein- oder zweispännig gefahren werden, richtet sichnach der zurückzulegenden Entfernung. Bei Fahrten auf dem Lande odervon einer Stadt über Land wird man zwei Pferde benutzen, während beikürzeren Entfernungen wohl ein Pferd genügt. An Krankenwagen fürStädte wird stets eine Vorrichtung zu treffen sein, um entweder ein oderzwei Pferde anzuschirren.

Für das Wageninnere ist besonders zu beachten, dass dasselbe ge-nügend Raum für den Kranken und seine Begleitung bietet, dass dieTrage oder sonstige Unterlage, auf welcher der Kranke sich befindet, soim Wagen aufgestellt wird, dass Erschütterungen dem Kranken mög-lichst wenig mitgetheilt werden, dass Lüftung, Beleuchtung, Erwärmung,des Wagens stattfinden kann, und dass die Wände, Decken und Fuss-böden gut desinficirt beziehungsweise gereinigt werden können.

Die Maasse des Innenraums des Krankenwagens richten sich häufignach dem für den Wagen verfügbaren Raum, wo derselbe eingestelltwerden soll. Jedenfalls muss der Innenraum länger als 2 Meter sein,um bequem eine Tragbahre aufnehmen zu können, welche ja jetzt mei-stens in den Krankenwagen als Unterlage der Kranken dient. Bettstellenoder andere Geräthschaften werden hierfür kaum noch verwendet. Daeine Trage mindestens 75 cm Breite haben muss, ist die Breite desWagens innen wenigstens auf 125 cm zu bemessen, damit die Tragebequem eingebracht werden, und neben ihr Begleiter Platz nehmenkönnen. Die Lüftung geschieht durch die Fenster in ausreichender Weise,

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