Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
400
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400 G. Meyer,

ein Rahmen hervorgezogen wird, auf welchem die Trage in den Wagenhineingeschoben werden kann, oder es wird eine Seitenwand nach obenund unten in der Mitte auseinandergeklappt. Die obere Hälfte wirdwie auch im ersten Falle durch Eisenstäbe abgestützt, während dieuntere wagerecht liegend an der Innenseite mit eingesenkten Gleitschienenversehen ist, auf welchen die Trage aufgesetzt und in das Wageninnerebefördert wird. Eine etwas andere Oeffnung hat ein bei der Sanitäts-wache der Freiwilligen Sanitätshauptkolonne in Nürnberg eingestellterWagen. Der Obertheil der einen Seitenwand kann auch nach oben auf-geklappt werden, während die untere Hälfte als Thür hergestellt ist,welche dreitheilig nach den beiden Seiten geöffnet werden kann, d. h.die eine Thürseite ist durch ein in der Mitte eingesetztes Scharnier nochin zwei Hälften zusammenzuklappen, damit sie nicht nach Oeffnen desWagens zu weit hervorragt.

Die zum Herunterklappen eingerichtete Seite ist aussen wie eineThür hergestellt, sodass nicht zu erkennen ist, dass etwas Besonderesan dem Wagen vorhanden ist, umsomehr als auf der anderen Seite einegewöhnliche Wagenthür sich befindet, welche von den Begleitern zumEinsteigen benutzt wird. Diese haben neben der Trage genügendenPlatz, und zwar kann der eine am Kopf- der andere am Fussende desKranken einander sich gegenübersitzen. Bei den von hinten zu öffnendenWagen kommt gleichfalls die Trage auf die eine Seite des Wageninneren,während auf der anderen wie vorher die beiden Begleiter Platz haben.

Aussen haben die Wagen Laternen zu führen, welche auch so ge-stellt sein können, dass sie gleichzeitig durch geeignete Biegung desLaternenarms ihr Licht durch das nächstliegende Fenster in das Wagen-innere werfen. Zu diesem Zwecke ist dann der betreffende Theil dessonst mit Milchglas geschlossenen Fensters aus durchsichtigem Glashergestellt.

Blattfedern sind auf den Wagenachsen anzubringen. Bei den vonKühlstein-Berlin erbauten Wagen ist der Kasten noch auf besonderenvorn und hinten befestigten Federn aufgestellt.

Gegen die Kaleschenform der Krankenwagen sind Bedenken zu er-heben, dass sie im Inneren nicht genügenden Raum bieten, dass dieTrage sehr hoch erhoben werden muss, bevor sie die für ihre Längeausreichende Höhe im Wagen erreicht — wegen der unten abgerundetenGestalt der Wagen ist die Trage, um genügenden Platz zu finden,höher zu stellen — und ausserdem muss sie bei seitlicher Einlagerungrecht hoch über die höheren Hinterräder des Wagens erhoben werden.Kühlstein hat den ersten Fehler abzuändern versucht, indem er, umgrösseren Innenraum zu erhalten, den Wagenkasten viereckig gestaltete, so-dass ausserdem die Trage auch nicht zu grosser Höhe erhoben werden muss.Um aber dennoch den Eindruck eines Luxuswagens herzustellen, istaussen am Wagen die unten abgerundete Gestalt, die Form des Wagen-schlages und die Thür durch Leisten u. s. w. angedeutet. Der Wagen-kasten hat Anstrich wie ein Landauer, während die im Niveau zurück-