Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 397
bretter und der Rückenlehne kann eine ganz wagerechte oder eine mehrsitzende Haltung des Kranken bewirkt werden.
Die Krankenstühle werden besonders von chronisch Kranken undvon solchen, welche ihre unteren Gliedmassen nicht selbstständig be-nutzen können, gebraucht. Wichtig sind sie auch für Genesende. Zureigentlichen Bergung von Kranken kommen sie nicht zur Verwendung.Man hat sie jetzt auch mit Vorrichtungen versehen, dass der Patientdurch Umdrehung von Kurbeln sich selbst fortbewegen kann. BesondersPersonen, welche an den Beinen gelähmt sind, können durch Bewegungvon Hebeln mit den Händen ohne fremde Hülfe selbst vorwärts kommen,was natürlich für viele Fälle von Vortheil ist. Nur sind die betreffendenGeräthe etwas sehr kostspielig.
Weiter sind noch als Beförderungsmittel für Kranke
fahrbare Verbandgestelle
zu erwähnen, auf welche der Patient mit der Trage aufgesetzt wird, ummeistens im Krankenhause bei ihm einen Verbandwechsel vorzunehmen, oderum den Kranken nach der Operation in sein Zimmer und dort auf seinLager überzuführen. Man benutzt auch die Verbandgestelle mit obererPlatte als Verbandtische im Krankenhause, um den Patienten von seinemBett zur Operation beziehungsweise zur Narkose zu bringen. Im Hospi-tale werden auch zur Beförderung Kranker, welche im Bett liegen undohne Umlagerung in einen anderen Raum, zum Baden, Operation,Verbandwechsel gebracht werden müssen, „Bettfahrer" gebraucht, vonwelchen eine grosse Zahl von Modellen vorhanden ist. Der Grundsatz,nach welchem alle gebaut sind, beruht darauf, dass unter das Bett vonden Seiten oder von den beiden Enden her oder auch unter das ganzeBett ein mit Rädern versehenes niedriges Rädergestell untergeschobenwird, auf welchem dann das Bett fortgefahren werden kann.
ß) Durch Thiere fortbewegte fahrbare Krankenbeförderungsmittel.
1. Krankenwagen.
Wenn man auch schon im achtzehnten Jahrhundert bemüht gewesenwar, die Beförderung Erkrankter etwas besser gegen früher zu gestalten,so ist doch ein Versuch, die Beförderungsmittel selbst zu verbessern,erst gegen Ende des Jahrhunderts gemacht worden. Es ergiebt sich diesrecht deutlich aus den Worten des General-Stabs-Chirurgus'der Preussi-schen Armee Joh. Goercke, welcher einen „elastischen Krankentrans-portwagen" beschreibt und abbildet. Ich habe die Abbildungen in meinererwähnten Arbeit wiedergegeben und möchte erwähnen, dass sich ein Mo-dell dieses Wagens aus damaliger Zeit in der Sammlung der Kaiser-Wilhelms-Akademie in Berlin befindet. Dieser Wagen, welcher also fürden Transport der Verwundeten im Kriege bestimmt war, wird vonGoercke so geschildert: „Die Vortheile eines solchen Wagens, welcher