Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
396
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396 ■ G. Meyer,

lieh hat dieser Gedanke keinen Anklang gefunden. Ferner kann derhintere Fahrer sich auch nur sehr schwer um den Kranken bemühen,auch wenn die Hinterwand des Verdecks ein Fenster trägt, während dieseitwärts vom Kranken sitzenden Begleiter sich beide nach dem Kran-ken umsehen und ohne abzusteigen ihm behülflich sein können.Ein Fahrradgcstell, bei welchem nur' ein Fahrer sich vorn befindetalso dem Kranken den Rücken kehrt, ist ganz zu verwerfen. Wäh-rend die Räderbahren, wo die beiden Fahrer zu beiden Seiten sich be-finden, zu breit, diejenigen, wo die Begleiter hinten und vorn sitzen, zulang sind, ist nach Angaben von Oberst in der Krankenanstalt Berg-mannstrost in Halle ein Fahrrad, bei welchem die beiden Fahrer aufderselben Seite hintereinander sitzen. Hierdurch wird bewirkt, dass dasGeräth nicht länger als die Trage ist, und ferner, dass es nur um Mannes-breite breiter ist, als eine gewöhnliche Trage. Der vorn befindlicheFahrer hat auf den Weg, der andere auf den Kranken zu achten.

Die Fahrräder für den Krankentransport sind jetzt wohl alle mitPneumatics versehen. Hierdurch wird eine gute Federung in senk-rechter Richtung bewirkt, aber es haften diesem Beförderungsmittel diegleichen Nachtheile an, welche bei den Fahrrädern überhaupt vor-kommen. Die Abnutzung der Gummireifen ist eine sehr beträchtliche unddie Erneuerung kostspielig. Ferner können mitten auf dem Wege un-angenehme Störungen durch Entweichungen der Luft oder Platzen vor-kommen, was an diesen Reifen bei gewöhnlichen Fahrrädern nichtallzuselten ist. Auch die Erschütterungen auf nicht ganz ebenenWegen theilen sich dem Kranken in sehr bemerkbarer Weise mit, sodass diese Beförderungsart, wiewohl sehr einfach aussehend, doch nichtfrei von grossen Nachtheilen ist. Das Gleiche gilt in genannten Bezie-hungen auch von den Räderbahren, deren Räder mit Pneumatics versehensind. Der einfache Gummibelag eiserner Räder ist vielleicht haltbarer,federt aber nicht so gut und ist auch für das Fortkommen nicht sogeeignet, sei es dass es sich um gewöhnliche Räderbahren oder umF'ahrbahren mit Fahrrädern handelt.

3. Krankenstühle.

Eine besondere Art von Krankenbeförderungsmitteln stellen dieKrankenstühle dar. Sie dienen gewöhnlich zur Fortbewegung von Kran-ken entweder im Zimmer oder in anderen bedeckten Räumen oder auchim Freien, hauptsächlich um Kranke, welche nicht zu Gehen im Standesind, Gelähmte, frische Luft gemessen zu lassen. Ihre Benutzung hatden Vortheil, dass ein Kranker von seiner Wohnung aus nicht wieder biszu seiner Rückkehr aus dem Stuhl entfernt zu werden braucht. Beigünstiger Witterung bleibt der Patient eine Zeit lang im Freien sitzen,ohne dass er aus demselben entfernt wird, um ihn auf eine andere Sitz-gelegenheit zu bringen. Die Rollstühle haben mit Gummibelag verseheneRäder oder auch in neuerer Zeit Pneumatics. Ueber den Rädern be-finden sich an den Achsen Blattfedern. Durch Verstellung der Fuss-