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2,1 (1902)
Entstehung
Seite
395
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 395

Schnee oder Eis) nicht ausgeschlossen ist, 3. das richtige Aufsetzender Bahre auf den Transportwagen, Einführen der Bahrenfüsse, Befesti-gen der Bahre auf dem Wagen etc., Zeit in Anspruch nimmt, die fürden Kranken verhängnissvoll werden kann, 4. der Kranke sich bei allendiesen zeitraubenden und umständlichen Manipulationen unnütz aufregt,sollen bei dieser Construction fortfallen.

Es ist nicht zu läugnen, dass die gsnannten Nachtheile bei vielenRäderbahren vorhanden sind.

Von anderen bekannten Systemen von Räderbahren sind noch zunennen die Fahrbahre von Neuss-Berlin, welche besonderss 1866 bei denJohannitern im Gebrauche war, von Herz-Hannover, Hoffmann-Leip-zig und das bereits erwähnte „Ashford Litter" von John Furley-London. Letzteres ist zweirädrig, hat eine einfache Bahre mit vierFüssen, welche jeder für sich auf und niederzulegen sind, und eine Ver-deckvorrichtung, von welcher Soltsien in seinem Vortrage auf demSamaritertage in Breslau 1900 behauptete, dass sie „fast luftdicht wieeine Glasglocke auf einem Käseteller ruht."

Eigenartig ist das von Boehm bei der freiwilligen Feuerwehr inFrankfurt a. M. eingeführte Transportgerätb, welches zu den Fahrbahrenzu zählen ist. Ein viereckiger Kasten, welcher auf zwei Rädern ruhtund in seinem Innern Verbandmaterial enthält, hat auf seinem ObertheilStützen, in welchen eine oder übereinander zwei Tragbahren befestigtwerden können. Die Abbildungen befinden sich in meiner früherenArbeit.

Die treibende Kraft für die meisten Räderbahren sind Menschen-hände, nur wenige werden durch Thiere fortbewegt.

2. Krankentränsportfahrräder.

Als das Fahrrad als Fortbewegungsmittel bekannter wurde, lag esnahe, es auch für die Krankenbeförderung nutzbar zu machen. Inseiner 1892 erschienenen Arbeit „Les secours publics" macht Rousseletdarauf aufmerksam, dass der Graf von Beaufort angeregt habe, fürden Krankentransport ein „brancard velocipcde" zu versuchen. Sehr vielspäter erschien dann das englische Krankentransportfahrrad, bei welchemdie Trage zwischen zwei Fahrrädern befestigt wird, sodass die Fahrerzu jeder Seite des Kranken sich befinden. Ich habe dieses vierrädrigeModell, dessen Trage einen Ueberzug hat, dass die Form eines Sargesentsteht, an der mehrfach erwähnten Stelle abgebildet. Jedenfalls istdasselbe aber noch brauchbarer als diejenigen, bei welchen je ein Fahrersich vorn und hinten befindet, da hierdurch das Geräth viel zu lang unddadurch zum Befahren belebter Strassen und Umbiegen um Strasseneckenweniger brauchbar wird. Man hat sogar dem Arzt einen Platz in sitzen-der Stellung, wobei die Füsse ausserhalb der Trage sich befinden, unterdem Verdeck der Trage angewiesen, um ihn sogleich bei einem Unfallan Ort und Stelle zu führen und bei der Rückkehr erforderlichen Fallseinen Verunglückten von dem betreffenden Platze wegzubringen. Natur-