390 G. Meyer,
■wenn man sie zu ihrem eigentlichen Endzweck nicht eben nothwendighaben sollte, z. B. im Felde zum Transport des Brodes, der Fourageund hundert anderer Artikel, die im Bivouak und im Lager hin- undhergeschafft werden müssen, wozu man sich gewöhnlich einer MengeMenschen bedienen muss, die ihre ihnen so nöthigen Erholungsstundenaufopfern müssen, was es nicht bedürfte, wenn eine gewisse Anzahlsolcher kleiner fahrbarer Lager-Vorrichtungen vorhanden wären, die imFalle des Bedarfes der Compagnie zur Disposition gestellt würden. Soauch auf Märschen wären sie zur Fortbringung solcher, die sich baldwieder erholen, sehr dienlich.
8. Eben so habe ich mein Augenmerk darauf gerichtet, dass der-selbe leicht zerlegt und ebenso leicht wieder zusammengesetzt werdenkann. Es bedarf nicht der geringsten Kunst, kaum einer Anweisung zurZusammenfügung eines solchen Wagens, deren, wenn sie zerlegt sind,25 auf einen Leiterwagen in der äussersten Geschwindigkeit gebrachtwerden können. Eine solche Anzahl von Wagen wäre für eine ganzeBrigade hinlänglich, die erforderlichen Dienste zu leisten.
9. In Dörfern oder auch unter den Armen in den Städten bietetdiese fahrbare Lagerstätte noch einen besonderen Nutzen dar, welcherdem practischen Arzte nicht selten willkommen seyn wird. DiejenigenLeute nämlich, welche am meisten Unglücksfälle dieser Art erleiden,sind gewöhnlich aus der Klasse der ärmsten, der arbeitsamen Menschen.Solche Leute haben selten mehr als ein Bett, in welchem Mann undFrau beysammen schlafen, das sich dann auch meistens an den dun-kelsten Stellen einer niedrigen Wohnstube befindet. Die Behandlungwird in diesem Falle nie beginnen, noch der Erfolg erwünscht ausfallenkönnen, wenn sich auch der Arzt mit einem brennenden Spane leuchtenliesse, oder mit dem stets erneuerten Transport des Patienten zur heilernStelle des Zimmers sich begnügen wollte, was selbst nicht immer ge-schehen kann; denn oft ist der Patient allein zu Hause, oder nur unterder Aufsicht alter, kraftloser, tauber oder sonst gebrechlicher Personen,oder junger Leute, die selbst zur Feldarbeit noch untauglich sind; soist doch immer zu berücksichtigen, dass man dem Patienten stets neueSchmerzen verursacht, und dadurch in einer Minute mehr Schaden zu-fügen kann, als Tage, ja Wochen lange Bemühungen des fleissigen Arzteswieder zu verbessern im Stande sind. Diesem kann auf eine leichteund wohlfeile Art allein dadurch abgeholfen werden, wenn der Patientin dieser Transport-Vorrichtung in seine Wohnung gebracht, und aufderselben bis zur Beendigung der Heilung liegen gelassen würde, daselbe als Bett gebraucht werden kann.
10. Sie bietet den Vortheil dar, dass der Arzt auf allen Seiten zuseinem Patienten gelangen kann, dass er seinen ärztlichen Verrichtungenan einer hellen Stelle mit aller Bequemlichkeit obliegen, ja den Pa-tienten drehen lassen kann, ohne dass er es verspürt. Niemand be-unruhigt ihn des Nachts, und wenn er seine natürlichen Bedürfnisse be-