Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
389
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Fürsorge auf dem Gebiete des Kvankentransportwesens. 389

geschehen und sowohl ein Unterschenkel, als auch beyde zugleich gesenkt,dabey der obere Bettboden mit dem Oberkörper gehoben und in ver-schiedenen Winkeln erhalten werden, dass die Lagerung sowohl für dieeinzeln verletzten Glieder, und auch für den Patienten sehr bequem undsicher sey, dass die Lage einzelner Gliedmassen und des ganzen Körpersschwebend geschehen kann.

2. Es leuchtet von selbst ein, dass auf einen so leicht eingerich-teten Transportwagen, wie dieser, der Transport durch einen Menschenum Vieles geschwinder effectuirt werden kann, als durch das Tragenvon zwey oder mehreren Menschen; dass folglich bey einer massigenEntfernung der Arzt einen grossen Theil an der ihm so nöthigen Zeitgewinnt, und den ihm anvertrauten Patienten früher verbinden, odersonstige ärztliche Hülfe eher leisten kann, als bis sich andere Symptomeeinstellen, welche die Heilung erschweren oder vielleicht gar unmöglichmachen.

3. Es ereignet sich nicht selten, dass der Kranke während desTransport in den Fall kommt, seine Nothdurft verrichten zu müssen.Befindet er sich nun unter den Händen unkundiger, oft roher Leute, sogeschieht es gewöhnlich, dass er auf die unbarmherzigste Art ab- undebenso wieder aufgeladen wird, wodurch ausser den heftigen Schmerzennoch neue Uebel herbcygeführt werden können, die die ärztliche Hülfe-leistung verlängern, selbst oft grössere Gefahren noch dem Patientendrohen; während auf meinem Transport-Apparate kein Zeitverlust ge-schieht, sondern der Patient allen seinen natürlichen Bedürfnissen Ge-nüge leisten kann, wenn die Kleider hinten aus den Nähten getrenntwerden, ohne aufgehoben werden zu dürfen, und neuen Schmerzen unter-liegen zu müssen.

4. Während des Transportes, wo der Patient oft nicht einmal ver-bunden ist, wird eine zweckmässige Lage nicht allein die Schmerzenlindern, sondern der Arzt erhält durcJh eine gleichruhige Lage den Vor-theil, dass er die Wunde so in die Hände bekommt, wie sie Un-geschicklichkeit, Bosheit oder Zufall geschaffen hat, und er hat aufsolche Weise wenigstens nicht auch noch mit den Folgen einer zweck-widrigen Verfahrungsart von Seiten unkundiger, oft roher Menschen zukämpfen.

5. Die Verfertigung dieses Apparates ist leicht und nicht mit zugrossen Kosten verbunden.

6. Der Patient darf nicht wie bey Leiterwägen etc. hoch in dieHöhe gehoben, mit Mühe und Schmerzen wieder abgeladen werden. DerFührer kann bey einiger Vorsicht jedem im Wege stehenden Hindernisse,z. B. Steinen, Grübchen etc. ausweichen, was bey einem mit Pferdenbespannten Leiterwagen selbst bey der grössten Vorsicht und Sorgfaltnicht möglich ist. Der Patient liegt sanft und wird nicht geschütteltund gerüttelt.

7. Diese Transport-Vorrichtung kann auch zum Hin- und Herbringenanderer Gegenstände, als der Verwundeten und Kranken, benutzt werden,