Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 387
massigen Lage hängt, meines Erachtens, nicht allein der günstige Erfolgeiner zweckmässigen Heilung, sondern oft selbst die Förderung desLebens ab 1 ).
Und es ist überdies die höchste Pflicht des Menschen und insbe-sondere des Arztes jedem seiner Mitmenschen, sowohl dem in tapfererErfüllung seines Berufes schwer verwundeten Kriegers, als auch dem inanderer Berufszeit für seinen (und seiner Familie) Lebensunterhalt sor-genden Verunglückten auf möglichst milde und verlässige Art Hülfe zuleisten.
Zur Erfüllung der gerechtesten Ansprüche der Verwundeten undsonst Verunglückten also dürften diese wenigen Gründe schon hinreichen,um in jeder fühlenden Brust den Wunsch darnach zu erwecken.
Herzzerreissende Erscheinungen sollen wenigstens, da die Verhütungder Unglücksfälle nicht immer in unserer Macht steht, durch unsern Bey-stand möglichst gemildert werden.
Ich widmete daher bey dieser Lagerung mein vorzüglichstes Augen-merk der Lage des Patienten während der ärztlichen Be-handlung und auch des Transportes, was gewiss von grössterWichtigkeit ist.
Dieser Apparat muss nun, um als Stuhlbrett zu dienen, nicht alleindie bisher zu diesem Zwecke ersonnenen, bekannten Verrichtungen, alsBetten und Stühle etc., die wegen ihrer oft abschreckenden Form undihrer allzu grossen Kostspieligkeit und zu complicirten Oonstructionennicht überall in Anwendung gebracht werden können, übertreffen, son-dern auch alle diese bekannten so vereinigen, dass sie, gleichsam ineinander verschmolzen, leicht und schnell in der einen oder anderenForm beliebig angewendet werden können.
Den früher angewendeten, zweckwidrigen Behandlungsweisen, ins-besondere bey Transporten und Lagerungen, entgegenzuwirken, sey derZweck der Beschreibung dieser kleinen Kunstvorrichtung, bey der ichnichts, als das Wohl der leidenden Menschheit beabsichtige, und neben-bey dem Arzte seine ohnehin mühevolle, meistens undankbare Arbeit,in so weit zu erleichtern wünsche, dass er wenigstens in Folge dieserunzweckmässigen Verfahrungsarten bey der Heilung keine stärkeren Hin-dernisse zu bekämpfen habe, als diejenigen sind, welche ihm die Ver-wundung selbst entgegenstellt.
Wenn es gleich unmöglich ist, ein wahres Bild der Jammerscenen,die durch unzweckmässige Lagerung und einen das Uebel nur verschlim-mernden Transport herbeygeführt werden, zu entwerfen, so will ich dochin Kürze Folgendes erwähnen:
Bey Civil-Personen geschieht die Transportirung der arbeitsamenund grösstentheils ärmern Klasse (von Maurern, Zimmerleuten etc.) vonden in Sandgruben, Steingruben, Forsten, Bergwerken, Kellerbauten unddgl. Arbeitenden, welche das Unglück hatten, ein Bein zu brechen, oder
1) Auf diese schon damals geäusserte Meinung sei besonders hingewiesen. G. M.
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