Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
386
Einzelbild herunterladen
 

386 G. Meyer,

gehörig ist die von Pferden gezogene Schlcifbahre, deren am Kopfendebefindlichen Tragholme zu beiden Seiten des Sattels des Thieres befestigtwerden, sodass das andere Ende der Trage sich auf dem Erdboden befindet.Der Kranke liegt hier also schräg nach unten geneigt. Auch für Kameelebestimmte Tragmittel sind angegeben, welche sitzende und liegendeStellung des Kranken zu beiden Seiten des Thieres gestatten.

Ferner sind zwei Thiere, Maulthiere, zur Beförderung eines Krankenbenutzt worden, indem die genügend langen Holmen des Traggeräthesan den Sätteln der beiden Thiere so befestigt werden, dass der Patientzwischen den schreitenden Thieren sich befindet.

In neuerer Zeit hat man auch sich der Hunde für den Sanitätsdienstbedient. Diese Thiere eignen sich, wie aus den Leistungen der berühmtenBernhardiner bekannt ist, in vorzüglicher Weise für sanitäre Dienste beimMenschen. Es sind in letzter Zeit auch Vorrichtungen angegeben worden,mit welchen die eigens hierfür ausgebildeten Hunde Menschen forttragenkönnen. Die weitere Verwendung der Hunde für den Sanitätsdienstwird noch beim Rettungswesen zu besprechen sein.

b) Beförderung von Kranken durch fahrbare Transportmittel.

a) Durch Menschonliraft fortbewegte.

Wenn man eine Krankentrage von der oben beschriebenen typischenGestalt auf ein Rädergestell setzt, so erhält man eine

1. Räderbahre.

Diese sind meistens so gebaut, dass die Trage unabhängig von ihremUntergestell gebraucht werden und wenn erforderlich auf das Rädergcstellaufgesetzt werden kann. Auch für diese Art von Beförderungsmittelnsind im Laufe der Zeit zahlreiche Modelle angegeben worden.

Wohl als eine der frühesten ersonnenen Vorrichtungen für bequemenTransport von Kranken abgesehen von denelastischen Wagen" vonGoercke ist dieBequeme chirurgische Lagerstätte, die zugleichals Krankenstuhl, Krankenheber und Tranportvorrichtung mit oder ohneRäder gebraucht werden kann", vom Bayerischen Stabsarzt Koppen-stätter aus dem Jahre 1831 anzusehen. Ihre Beschreibung und An-wendung gebe ich im Wortlaut wieder, da hier bereits die für denKrankentransport wichtigen Gesichtspunkte und die Bedeutung einer sach-gemässen Beförderung von Kranken und Verwundeten im Kriege undim Frieden nach modernen Grundsätzen ausführlich gewürdigt werden.

Der Zweck dieser neu construirten Kunst-Vorrichtung ist, bey ir-gend einem plötzlichen Unglücksfalle und in Krankheiten aller Arten,jedem Mitmenschen mittelst derselben schnell und zweckmässig beystehenzu können.

Sowohl bey plötzlicher Trennung der Oontinuität eines Knochens,als auch meistentheils in andern Unglücksfällen und Krankheiten, wirdeine zweckmässige Lage zur Hauptbedingung; denn von einer zweck-