Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 385
schiedene Klammern angebracht sind, welche den Kranken umfassen.Durch über Rollen geleitete Stricke, welche durch eine Kurbel angezogenwerden, kann der Kranke emporgehoben werden. In neuerer Zeit hatman diese Geräthe zu vereinfachen versucht, indem man z. B. denKranken auf ein Laken legte, an dessen Rand Ringe befestigt sind, durchwelche Stricke verlaufen. Letztere endigen in Gurten, welche zu einemoberhalb des Kranken vorhandenen gemeinsamen Ringe sich vereinigen,durch welchen in ähnlicher Weise wie vorher der Patient mittelst Hebe-vorrichtung gehoben wird. Dadurch dass der Kranke stets auf dieserUnterlage liegt, und nicht erst auf dieselbe immer wieder, wenn esnöthig, gebracht werden muss, ist für diese Zwecke eine grössere Be-quemlichkeit für den Kranken ermöglicht. Bei anderen Apparaten wirdein Gerüst an den Bettstangen befestigt.
Zu nennen sind hier die Apparate von Beck-Bern (Pantokom),Kaeding-Halberstadt, Bensch-Berlin, P. Jacobsohn-Berlin, Man-dowski (Suspensor) Mendelsohn-Berlin und Merke-Berlin. Bei ein-zelnen dieser liegt der Kranke stets auf der Unterlage, welche im Be-darfsfalle mit dem Kranken gehoben wird.
ß) Von Thieren getragene Transportmittel.
Diese sind dadurch entstanden, dass unter . gewissen Umständenandere Transportmittel schwer oder gar nicht zu benutzen, odernicht zur Stelle sind. Ihre Hauptanwendung haben sie unter gewissenUmständen noch heute in den Tropen, in Indien, Japan, ausnahms-weise in unseren Gegenden in Gebirgen oder in improvisirter Weise,wenn es z. B. bequemer erscheint einen Kranken, wenn ein Thier zurVerfügung steht, durch dieses anstatt durch Menschen forttragen zu lassen.Von den Thieren, welche hierfür benutzt werden, sind zu nennen Pferde,Maulthiere, Rinder, Kameele, Elephanten, Hunde.
Die Gerätschaften für diese Transportarten sind der Eigenart desThieres angepasst. Für Pferde und Maulthiere sind Cacolets vorhanden,Sitzgelegenheiten, welche zu beiden Seiten des Sattels des Thieres an-gebracht sind. Die Kranken befinden sich entweder in der senkrechtenRichtung zum Thier oder parallell mit der Längsrichtung desselben.Ueber dem Geräth ist ein Dach befestigt, der Patient sitzt auf einemkleinen Sitz, welcher mit Armlehnen und Fussstütze versehen ist.Gleichfalls zu beiden Seiten des Thieres, aber in seiner Längsrichtungsind die Litieres (Litters) befestigt, welche dem Kranken liegende Hal-tung gestatten. Sie sind mehr tragenartig gestaltet und mit einem voll-ständigen Ueberzug versehen, unter welchem der Kranke gut gegen dieWitterung geschützt ist. Auch Tragkörbe mit Verdeck nach Art derConditorkörbe sind im Amerikanischen Rebellionskriege zu den Seitender Maulthiere angehängt worden, um Verwundete liegend zu transpor-tiren. Zwischen zwei Thieren können Kranke getragen werden, wenndie Holme der Tragbahren so lang sind, dass dieselben am Sattel derhintereinander schreitenden Thiere befestigt werden können. Hierher
Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. II. Bd. 25