Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
380
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380 G. Meyer,

Schläuche mit Luft aufgeblasen. Genau der muldenförmigen Gestaltdieser Röhren angepasst, liegt über dem Ganzen eine Kautschukdeckeund am Kopfende ein Kautschukluftkissen."

Diese letzteren Tragbahren sind in ausgiebiger Weise zu desinficiren,worauf wir bei der Darlegung der Beförderung der ansteckenden Krankennoch weiter einzugehen haben werden. Für Fälle von Massenepidemicnhat Hirsch empfohlen, Tragen bereit zu halten, welche sich durch grosseEinfachheit der Herstellung auszeichnen. Sie bestehen aus zwei Stangenund einem Paar Querhölzern, welche in Füsse auslaufen. Die Stangenwerden in die Säume des aus Segeltuch gefertigten Ueberzuges geschoben,während ein Deckel aus Segeltuch über elastisch gebogene Hölzer ge-spannt wird. Hängen die Ueberzüge recht weit herunter, so kann derPatient darin wie in einer Hängematte liegen und ist wenig Erschütte-rungen ausgesetzt.

Selbstverständlich ist auch die Hängematte selbst sehr viel zurBeförderung von Kranken in Betracht gezogen worden. Ihre Endenwerden an einer langen Stange befestigt, welche die Träger mit denHänden oder auf ihren Schultern tragen. Besonders in den Tropen, wodie Hängematte viel benutzt wird, war diese Transportirung in Ge-brauch. Eine bei der Marine mancher Länder gebräuchliche Trage stellteinen viereckigen Kasten dar, welcher auch an einer wagerechten Stangehängt, sodass die Trage gleichzeitig als Bett im Schiffsraum benutztwerden kann. Auch die Hängemattetragen werden in dieser Weise alsBetten benutzt, was den Vortheil der Raumersparniss bietet, v. Mundywarnt wegen der starken Erschütterung vor der Lagerung von Krankenin Hängematten auf Schiffen.

Hiermit sind wir zur Beschreibung der Krankentragen im weiterenSinne gekommen.

Einen Uebergang zu diesen bilden die in Bergwerken vorhandenenTragen, welche gestatten, den Patienten auch in derjenigen Haltung zubefördern, welche für ein Bergwerk wegen des engen Raumes oft in Fragekommt, d. h. in aufrechter Haltung. Der Patient wird auf diesen Tragenausser in der gewöhnlichen Art noch durch Gurte befestigt, welche seineAchseln umfassen und auf dem Boden der Trage angebracht sind. Zuerwähnen sind besonders hierfür ein Deutsches Modell, welches auf derZeche Shamrock, wo vortreffliche Einrichtungen für das Rettungs- undKrankentransportwesen gemacht sind, in Benutzung ist. Die betreffendeTrage hat eine Gesammtlänge von 2,34 m und 0,55 m Breite am Kopfendeund 0,46 m Breite am Fussende. Siebesteht aus 3 : / 2 cm starken, 13 cmhohen Längsträgern, welche durch Querriegel verbunden sind. DiesesGestell ist mit Segeltuch überspannt. Am oberen Ende ist ein aufklapp-bares Kopfstück; am unteren Ende steht senkrecht zu den Trägern ein25 cm hohes abgerundetes Fussbrett. An diesem Brett ist ein bis zurHalshöhe reichendes Segeltuch befestigt, welches an beiden Seiten überden Verletzten mit je vier starken Schnallriemen an den Trägern be-festigt wird und den Verletzten eng anliegend umschliesst. Ein in