Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
378
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378 G. Meyer,

Tragen für den Fall des Nichtgebrauches möglichst klein zu gestalten.Dies suchte man auf verschiedene Weise zu erreichen. Man klappte dieTrage entweder in ihrer Längs- oder Querrichtung zusammen, indem manein Oharniergelenk an der erforderlichen Stelle im Rahmen einfügte.Die Trage nimmt dann weniger Raum ein, aber im Allgemeinen istdoch zu sagen, dass dies auf Kosten der Festigkeit des Geräthes ge-schieht. Nicht zu läugnen ist allerdings, dass für viele Fälle zusammen-klappbare Tragen vortheilhaft sind. Es muss dann natürlich der hoch-stehende Kopftheil bei Querzusammenlegung niedergelegt werden, währendbei Zusammlegung in der Längsrichtung der aufgesetzte Kopftheil inverschiedener Art zum Verschwinden gebracht wird, und sich dannbeim Aufrichten auch zum Theil selbstthätig wieder aufrichtet. EinenTypus für die letztgenannte Art von Tragen bildet die Tragbahre desLeipziger Samaritervereins. Die aus Eisen verfertigten Querleistendes Rahmens sind beide mit einer Längsstange in ihrer Mitte in einemdrehbaren Charnicr verbunden, sodass der Rahmen in seiner Längsrich-tung durch einen gegen die Mitte der Querleiste geführten Stoss anein-andergelegt werden kann. Bei der Charlottenburger Feuerwehr sind diebeiden Querleisten rundlich nach unten abgebogen, um zu verhüten, dassder Körper des Patienten auf der Mittelstange aufliegt. Das Segeltuchwird beim Einpacken um die Holme herumgewickelt und mit Riemenbefestigt.

In einfacherer Art ist das Zusammenlegen in der Längsrichtung beieiner Reihe anderer Tragen bewirkt.

Verschiedene zusammengelegte Tragen können an Riemen bequemvon einem Manne auf der Schulter getragen werden, besonders diejeni-gen, welche zusammengerollt werden können.

Eine zusammenklappbare Trage, weiche durch einen Handgriff ge-brauchfähig zu machen ist, hatte Siff-Hamburg auf der Deutsch-Nor-dischen Handels- und Industrieausstellung in Lübeck 1895 ausgestellt.Majewski erwähnt, dass Oberstleutnant Hausenblas vorschlägt, be-rittene Krankenträger für das Heer auszurüsten, und dass die Franzosenschon 1792 berittene Krankenträger hatten. Die Tragstaugen der zer-legten Feldbahren sollten lanzenartig befördert werden. In dem vor-trefflichen Werk des englischen Generalarztes Longmore über Kranken-transportwesen, ist letzterer Vorschlag von Baron Percy beschrieben,Die Krankenträger sind dort zu Fuss mit solchen Lanzen auch abgebildet.

Als Decke hat man über den Tragen zum Schutz der Krankengleichfalls Segeltuch in verschiedener Weise über Stangen oder Reifenviereckig oder halbkreisartig befestigt, und die Vorderöffnung des Dachesdurch eine Gardine verschlossen. Andere Tragen haben vom Fussendcbis zur Spitze des Kopfdaches einen Ueberzug. Dieser enthält beimanchen Modellen eine mit Glas oder Marienglas verschlossene Oeffnung,welche dem Patienten etwas Licht zuführt und ferner zur Beobachtungdes Kranken beim Transport dient. Man hat das Dach der Tragen übereinem viereckigen Rahmen hergestellt, sodass es kastenartig über den