Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 377
reiche Veränderungen vorgenommen worden, welche nicht alle alssehr glückliche bezeichnet werden können. Zweckmässig sind zweinach hinten vom Kopftheil nach abwärts geführte Zahnstangen, welchedurch besondere Schrauben oder Haken, öder selbsthätig federnd fest-gestellt werden, wodurch die Möglichkeit verschieden hoher Lagerungfür den Kopf bewirkt wird, welche für viele Fälle dienlich ist. AmKopfende wurde auf dem Segeltuch ein gleichfalls mit Segeltuch be-zogenes Kissen befestigt. Die Püsse wurden wie bei der PreussischenMilitärtrage aus winklig gebogenen Eisen verfertigt, ferner auch durchSpiralfedern oder in anderer Weise federnd hergestellt, die Holme etwasverkürzt und mit zur beliebigen Verlängerung in Bügeln hervorziehbarenHandhaben versehen, wodurch eine Raumersparniss bewirkt wurde,bei den Holztragen brachte man im Grundrahmen kreuzweis verlaufendeGurte an, kurz mannigfache Veränderungen, welche jedoch im wesent-lichen die Grundgestalt nicht berührten, wurden erdacht.
In ähnlicher Weise vollzogen sich die an den Metalltragen bewirktenAbänderungen. Man benutzte runde Eisenstäbe, welche man sehr baldzur Erleichterung des Gewichtes durch Gasrohr ersetzte. Ferner wurdeMannesmannrohr und in letzter Zeit Aluminium als Grundlage der Tragenverwendet. Die Holme können durch Hervorziehen von Holz- oder Me-tallgriffen aus hülsenartigen Enden oder in anderer Weise verlängert werden.Um die Tragstangen besser anfassen zu können, sind die Handgriffemit Ueberzug aus Stoff versehen. Der Boden der Tragen wurde auskreuzweis gelegten Metallstreifen oder Gurten hergestellt, in anderenFällen wurden auch Spiralfedern, wie sie früher in Sophas üblich waren,senkrecht stehend oder auch in wagerechter Richtung verlaufend ange-bracht. Auch das in Rohrstühlen befindliche Geflecht dient oft anKrankentragen als Unterlage für Patienten.
In unseren Kolonien sind Tragen in Gebrauch, deren Holme ausBambusrohr bestehen, welches hohl und daher sehr leicht zu handhabenist. Neu sind die von Wulff-Berlin verfertigten Traggeräthe aus Ma-laccarohr, welches keinen Hohlraum im Inneren hat, aber dennoch sehrleicht ist. Diese Tragen werden so hergestellt, dass das Rohr verschie-dene Biegungen und Krümmungen erhält, so dass die Trage eigentlichnur aus Rohr besteht, welches durch dünne Metallbänder aneinander-gehalten wird. Das Malaccarohr ist also mehr holzartig und soll Witte-rungseinflüssen besser als das Bambusrohr Widerstand leisten. Weiterepractische Versuche mit demselben müssen seine Verwerthbarkeit erweisen.
Um dem Körper eine bequemere Lage besonders in Fällen, wo einesolche dringend erforderlich, zu geben, wurde die Grundform der Tragegeschweift gestaltet, wie dieses besonders bei der von Nicolai ange-gebenen Trage für Kranke mit Oberschenkelbrüchen zum Ausdruck kommt.Der Patient liegt auf dieser Trage mit schräg nach oben geneigten Ober-und nach abwärts geneigten Unterschenkeln.
Zur weiteren Raumersparniss, welche für viele Fälle von grosserWichtigkeit sein kann, wurde dann darauf Bedacht genommen, die