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2,1 (1902)
Entstehung
Seite
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376 G. Meyer,

nutzen will, der nicht auf ihre Handhabung eingeübt ist. Befinden sichz. B. Tragen an öffentlichen Plätzen zum Gebrauch für Jedermann auf-gestellt, wie in AVien und London, so würde ihr Zweck verfehlt seinwenn ihre Handhabung nicht so einfach ist, dass auch ein Jeder ohneKenntniss ihres Baues sie sofort in Gebrauch nehmen kann.

Die genannten Erfordernisse sind solche, welche in Hinsicht auf dieKranken- und Gesundheitspflege in Frage kommen.

Betrachtet man nun hiernach viele der vorhandenen Modelle, so mussman zugeben, dass nicht alle diesen Anforderungen auch nur theilweisegenügen. Die Tragen werden heute aus sehr verschiedenen Stoffen her-gestellt. Sie sind ganz aus Metall, aus Holz, oder aus beiden, oder auseinem dieser Bestandteile in Verbindung mit Segeltuch oder anderenGeweben und Stoffen, wie z. B. Leder verfertigt. In neuester Zeit hatman auch verschiedene Arten von Rohr für Tragbahren verwendet.Welcher Stoff der beste für Tragbahren sei, ist schwer zu beurtheilen.Denn es kommt sehr viel auf die Art der Verwendung derselben an.So muss man an die im Kriege zu benutzenden Bahren ganz andereAnforderungen stellen als an solche, welche in Civilverhältnissen z. B.für Fabriken in Frage kommen. In Bergwerken sind wiederum andereArten im Gebrauch als für Zwecke im Gebirge. Hiernach richtet sichauch der Stoff, aus welchem Tragbahren gemacht werden. Denn hierfürist viel die Witterung und Temperatur, welcher die Geräthe ausgesetztwerden müssen, maassgebend.

Besondere Erwähnung verdienen noch die Tragen aus Korbgeflechtin rechteckiger Form, die Krankenkörbe, welche den Hamburgischenähnlich sind. Sie sind innen mit Wachstuch ausgeschlagen undwerden mit Unterbett versehen oder sie haben mit Wachstuch oderSegeltuch bezogene Polster. Am Kopfende haben die Krankenkörbe einaufklappbares Verdeck. Sie waren in früheren Zeiten mehr als jetzt imGebrauch und sind heute eigentlich nicht mehr häufig vorhanden, da sienicht leicht zu reinigen und zu desinficiren sind. Bei meiner für denDeutschen Samariterbund gestellten Umfrage an alle Deutschen Städtenach den dort vorhandenen Rcttungs- und Krankentransporteinrichtungenstellte sich heraus, dass sie noch in der Provinz Schleswig-Holsteinhäufig Verwendung finden.

In früherer Zeit wurde auch Leder zur Bedeckung der Tragen be-nutzt. Dasselbe ist aber jetzt wohl ganz verlassen worden, weil estheuer, schwer zu desinficiren ist und auch sich nicht dem Körper desKranken so gut anschmiegt als das jetzt meistens benutzte Segeltuch.

Die einfachste Bauart einer Trage besteht aus Holz und Segeltuch. DasGerüst ist ganz aus Holz gemacht, wobei die Füsse und die Tragholmemit dem als Grundlage dienenden Rahmen fest verbunden sind. DerKopftheil ist schräg gegen den Unterrahmen aufgestellt. Das Lagerfür den Kranken ist aus Segeltuch, welches durch Schnüre oder Riemenmit dem Gestell verbunden ist oder seitliehe Säume zur Aufnahme derHolme hat. An diesem Grundmodell sind nun im Laufe der Zeit zahl-