Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
374
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374 G. Meyer,

wird, um sie fahrbar zu machen. Ein Korb mit Verbandmitteln befindetsich am Gestell der Räderbahren, welche in London in besonderen Kästenauf den Strassen untergebracht sind.

Auf einer Trage kann ein Kranker auf einige Entfernung getragengetragen werden, welche grösser sein kann, als wenn Menschenhändeallein zur Verfügung stehen. Auch das Tragen auf einer Bahre ist scho-nender, da die Erschütterungen, welche das Tragen auch bei grosserAufmerksamkeit bedingt, der getragenen Person nicht so stark mitge-theilt werden, wenn der Kranke sich auf einer Bahre befindet. Ist derzurückzulegende Weg etwas gross, so werden ausser den beiden Trägernzwei Ersatzmänner mitgehen, welche die Träger nach einiger Zeit ab-lösen. Die Trage wird zu diesem Behufe auf den Böden gesetzt, dahierbei weniger Erschütterungen entstehen, als wenn die Träger sich ab-wechseln, indem sie jeder die Tragstangen der in der Luft befindlichenBahre erfassen. Es ist möglichst Sorge zu tragen, dass die Träger zuje zwei gleiche Grösse haben. Dies ist wichtig, um den Körper desErkrankten möglichst wagerecht zu halten, was ja wohl in den meistenFällen erforderlich ist. Auch hierbei ist es stets besser die Trage heider Ablösung auf die Erde zu setzen, da, wenn die beiden Ersatzmännernicht von ähnlicher Grösse sind, als die beiden anderen Begleiter, dieverschiedene Länge ihrer Arme beim Erfassen der nicht aufgestelltenTrage starkes Schwanken dieser bedingt.

Die Zahl der verschiedenen Modelle von Krankentragen ist kaumfestzustellen. Beständig werden hier Neuerungen geschaffen, und wennauch viele ganz brauchbare Modelle von Krankenbahren vorhanden sind,so ist ein für alle oder auch nur die meisten Zwecke brauchbaresGeräth bis jetzt nicht hergestellt. Wie überall gilt auch hier der Grund-satz, dass je einfacher der Bau der Krankentrage, um so besser sie ihrenZweck erfüllt.

Die ältesten zur Beförderung kranker Menschen eigens hergestelltenGeräthschaften sind unzweifelhaft die Tragen gewesen. Aus alten Ab-bildungen geht ihre einfache Form hervor. Es waren zu einer Plattezusammengefügte Bretter, an deren vier Enden je eine Latte so befestigtwar, dass sie zum Erfassen des Geräthes hervorragte. Füsse scheinenerst später den Tragen angefügt worden zu sein. Auch sind Abbildungenvon Geräthen vorhanden, welche an einem Ende einen höher stehendenBahmen zur Stütze für den Kopf hatten. In späterer Zeit scheinen dannbesonders Tragkörbe in Gebrauch gewesen zu sein. In den HamburgischenRettungsanstalten wurden zu Ende des vorigen Jahrhunderts solche Körbebenutzt, deren sehr zweckmässige Gestalt unsere Abbildung 1 veranschau-licht. Die geschweifte Form gestattet eine sehr bequeme Lagerung desKranken. Die Hochlagerung des Kopfes geschieht einerseits durchdie Hochführung des einen Endes des Korbes andererseits durch An-bringung höherer Fussstützen am Kopfende als am Fussende. Für dieZwecke jener Rettungsanstalten war das Korbgeflecht ganz besondersangebracht. A r or allen Dingen war die Trage leicht, und wurde ein aus