Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
371
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Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 371

müssen, was natürlich nicht bequem und für den Kranken unange-nehm ist.

Zwei Personen können einen Kranken durch Führung oder Tragenfortschaffen. Dieselben führen den Patienten, indem derselbe seineArme in die Arme der neben ihm hergehenden Träger legt oder derenHals mit seinen Armen umfasst. Getragen wird ein Kranker vonzwei Personen, indem dieselben sich zu beiden Seiten oder vorn undhinten vom Kranken befinden. Es ist hierfür die Art und Schwere derErkrankung des zu Befördernden Ausschlag gebend. Ein Träger wird jaauch nur bei leichteren Verletzungen oder Erkrankungen eines Menschenoder bei ganz kurzen zurückzulegenden Entfernungen genügen. Liegteine bedeutendere Störung vor, so wird der Helfer, wenn er sich alleinbefindet, unter Umständen zwar auch den Transport übernehmen müssen,.sich aber doch vorher, wenn möglich, eine weitere Hülfe zu verschaffensuchen.

Ein anderes Verfahren der Fortbewegung eines Kranken durch zweiMenschen ist, dass die Träger sich ihre rechte nnd linke Hand inSchulterhöhe reichen, der Kranke sich gegen die so gebildete Lehne an-stützt, während die beiden freigebliebenen Hände der'Träger sich gegen-seitig unter den Knien des Kranken erfassen und diesen hochheben.So wird eine Art Sessel gebildet, in welchem der Patient sitzen kann.In etwas abgeänderter Weise kann auch ein Kranker von seiner Unter-lage erhoben werden. Jeder Träger tritt auf eine Seite des Bettes, oderes lässt sich je ein Träger, falls der Kranke auf der Erde liegt, aufjeder Seite des Kranken nieder, wobei der eine sich auf sein linkes derandere auf das rechte Knie niederlässt. Beide Begleiter kreuzen ihreHände unter dem Rücken und dem Gesäss oder Schenkeln des Kranken je nach der Art der Erkrankung oder Verletzung während diesersich durch Umschlinguug des Nackens der Träger mit seinen Händenfesthält. Oder die vier Hände der Träger werden, wenn der Krankeerhoben ist, durch gegenseitiges Erfassen an den Handgelenken zu einemSitz verschränkt, auf welchen der Patient sich niederlässt, während ermit den Armen den Hals eines jeden Trägers umschlingt.

Auch zwei vorhandene Träger müssen sich genau vor Beginn derBeförderung überlegen, ob sie im Stande sind, die Beförderung alleinauszuführen, besonders wenn der zurückzulegende Weg weit ist, oder obsie nicht weiterer Personen zur Ablösung bedürfen, wie dies wohlmeistens der Fall sein wird. Besonders wichtig ist auch für diese Trans-portart die Körperhaltung des Kranken. Ein Bewusstloser, welcher sichaus eigener Kraft nicht aufrecht zu halten vermag, bedarf besondererHülfe und mehr Unterstützung als ein Patient, welcher sich selbst auf-recht halten kann.

Las Niederlegen des Patienten auf ein Bett, auf eine Trage odererforderlichen Falls auf den Erdboden geschieht so, dass die Träger beieinem sehr niedrigen Bett den Kranken über das Fussende des Bettes her-überheben, und jeder auf einer Seite des Bettes weiterschreiten kann. Im

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