370 G. Meyer,
Pfleger bei Handhabungen mit dem Kranken hat, desto besser dies fürden Kranken selbst ist, und dass, wenn man leicht mit dem Kranken allesErforderliche beginnen kann, dieser auch Nutzen davon hat.
Hat der Träger den Kranken in der dargelegten Weise emporgeho-ben, so stützt er ihn mit seiner Brust und kann dann auf kurze Ent-fernung den Patienten tragen. Es ist erstaunlich, wie auf die ebenbeschriebene AVeise selbst schwächliche Menschen erheblich schwerereaufheben können. Nur ist hierzu Uebung erforderlich.
Auch noch in anderer AVeise kann ein Mensch von einem anderengetragen werden. Der Träger tritt dem Kranken von vorn gegenüber,umschlingt ihn, während der Patient den Hals des Wärfers umfasst,und hebt dann den Kranken auf. Meistens wird diese nicht gerade be-queme Art nur für Kranke, welche stehen, zur Anwendung gelangen.Sie ist aber für den Kranken, da sie für den Träger nicht bequem,nicht sehr empfehlenswert!]. Kann ein Kranker auf dem Rückendes Trägers — huckepack — getragen werden, was nur bei solchenKranken geschehen soll, welche keiner besonderen Ueberwachung be-dürfen, so umfasst der Kranke den Hals des Trägers von hinten,während dieser seitwärts nach hinten in die Kniekehlen des Patientenfasst und dann dessen Beine vom Erdboben erhebt.
Stehen zwei Personen zur Beförderung eines Kranken zur Verfü-gung, so ist der Transport erheblich bequemer einzurichten. Stets ist,wenn mehr als eine Person hierfür vorhanden, von einer derselben derBefehl zu übernehmen, damit alle Bewegungen gleichmässig und ziel-bewusst ausgeführt werden. Gewöhnlich wird der älteste oder derjenige,welcher bereits Erfahrung besitzt, befehlen. In möchte an dieser Stellehervorheben, dass es dringend erforderlich ist, dass der Krankentrans-dienst stets in allen Cursen über Krankenpflege und Erste Hülfe wegender Wichtigkeit seiner Handhabung genau eingeübt wird, wie dies auchbeim Heere bei den Unterweisungen der Sanitätssoldaten und Kranken-träger der Compagnien, und auch bei den freiwilligen Helfern, den Mit-gliedern der Sanitätskolonnen vom Rothen Kreuz und der freiwilligenKrankenpflege geschieht. Theoretische Vorträge über ein so wichtigespraktisches Gebiet können nicht ausreichen. Die hohe Bedeutung desKrankentransportes für die freiwilligen Helfer wird auch von einem derberufensten Vertreter des Faches, v. Esmarch, dadurch anerkannt, dasser eine ganze Vorlesung seines auf nur sechs Vorträge eingerichtetenUnterrichtes auf den Krankentransport verwendet.
Der Krankentransport durch Menschenhände, besonders durch zweiTräger, ist ein relativ häufiger, da bei Unglücksfällen und auch unteranderen Verhältnissen nicht immer sogleich Tragbahren oder Kranken-wagen zur Verfügung stehen oder, wie auf engen Treppen, immer zugebrauchen sind.
Es kann die Beförderung in analoger Weise geschehen, wie beimbeschriebenen Transport durch eine Person, wobei die beiden Trägersich gegenüber stehen, dann aber bei der Fortbewegung seitwärts schreiten