Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
368
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368 G. Meyer,

B. Besondere Maassnahmen für Krankentransporte.

I. Für Krankentransport zu Lande.

Die Ausführung und Einrichtung der einzelnen Arten desKrankentransportes.

Die für die Beförderung Kranker zu Lande beschriebenen Vorkehrungenund Transportgeräthschaften werden theilweise auch für die Kranken-beförderung zu Wasser, im Gebirge, in Bergwerken benutzt und daherbei der Besprechung dort nicht mehr geschildert.

l. Fortbewegung ohne Zuhülfenahme von Geräthschaften.

a) Durch eigene Kraft des Patienten

In zahlreichen Fällen kann ein Kranker ohne weitere Hülfe andererPersonen sich von seinem Aufenthaltsorte oder vom Orte seiner Er-krankung zu Fuss fortbewegen, sei es dass er bereits an diesem eineVersorgung erfahren, oder dass er eine solche erst aufzusuchen hat. Esist dies bei leichteren Erkrankungen der Fall, ferner bei nicht schwerenVerletzungen besonders an den oberen Gliedmaassen, welche dieeigene Fortbewegung des. Patienten nicht behindern. Vielfach aberist bei diesen letzteren durch den Schreck und die allgemeine Erschütte-rung des gesammten Nervensystems es dem Patienten unmöglich, seinenWeg allein zu nehmen. Diese Verhältnisse sind daher sorgsam vorherzu erwägen, damit nicht ein solcher Kranker unterwegs plötzlich dasBewusstsein verliert und nicht weiter kommt, sondern auf dem Wegeliegen bleibt, wie dies nicht allzuselten vorkommt, besonders wenn derKranke ohne den Rath von Sachverständigen den Weg unternimmt.

Arzt, Pflegepersonal und Umgebung haben vor Ausführung einesjeden Krankentransportes daher alles zu überlegen, Avas in jedem Fallemitzunehmen und anzuordnen ist, da es unterwegs häufig nicht möglichist Fehlendes für den Kranken zu beschaffen.

Ein Verletzter kann auch allein gehen, nachdem er vorher von an-deren Personen beim Aufstehen von einem Stuhl oder Erheben von derErde unterstützt ist. In manchen Fällen kann der Patient sich bei leichtenErkrankungen seiner unteren Gliedmaassen überhaupt allein fortbewegenoder er benutzt zu diesem Behufe als Stütze einen Stock oder der-gleichen. Auch chronische Kranke, Tabiker, Phthisiker, Krebskrankebedürfen zu ihrer Beförderung häufig, wenn ihr Leiden noch nicht weitvorgeschritten, keiner fremden Hülfe.

Ist eine der unteren Gliedmaassen erkrankt, so wird ein Stockoder auch eine Krücke gewöhnlich auf der gesunden Seite getragen.Bei Mangel eines Beines oder eines Theiles desselben, trägt das Indi-viduum die Krücke als Ersatz auf der Seite des fehlenden Körpertheiles.