Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
366
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366 G. Meyer,

Kranken durch wollene Decken bei jeder Art des Transportes, mag der-selbe durch Menschen allein oder auf einer Trage oder im AVagen ge-schehen, zu sorgen. Bei rauhem Wetter müssen auch noch einigeDecken im Vorrath mitgenommen werden für den Fall, dass der Patientunterwegs zu frieren beginnt. Sind derartige Bedeckungen nicht geradezur Hand, so ist für andere Arten solcher zu sorgen.

Die Haltung und Lagerung eines Kranken ist so einzurichtendass bei Verletzten die Entstehung weiterer Brüche, Blutungen ausge-schlossen ist. Patienten, welche gehend oder sitzend befördernd werdenkönnen oder auch aus Mangel an erforderlichen Geräthschaften u. s. w.müssen, sind nach der Art des Unfalles oder der Erkrankung unterwegszu halten oder zu unterstützen. Man beachte stets, dass beim Trageneines Kranken dessen Kopf am höchsten steht. Es wird daher auteiner Treppe beim Hinabsteigen der Kopf des Kranken sich beim hin-teren Träger, beim Heraufsteigen aber beim vorderen Träger zu befindenhaben. Eine Ausnahme hiervon findet bei Kranken mit Oberschenkel-brüchen statt, bei welchen bei dieser' Anordnung das gesammte Körper-gewicht beide Bruchenden gegeneinanderdrücken und auch Durchbrachderselben durch die bis dahin unverletzte Haut bewirken würde. Damitbesonders auf Treppen oder bei sonst im Längsdurchmesser schrägerHaltung des Transportmittels der Kranke nicht zusammenrutscht, ist einRollkissen am Eussende der Trage erforderlich. Auch zusammengefalteteDecken und andere Dinge sind hierfür zu verwenden. An den Seitenist der Kranke gleichfalls genügend vor etwaigem Herausfallen zu schützen.Die Lagerung des Kranken ist auch bei anderen Affectionen, welcheoben erwähnt wurden, von Belang. Die verschiedenen Anordnungenrichten sich nach der Art des Einzelfalles, bei Blutungen, Eiterungenvon verschiedenen Organen ü. s. w., deren Weiterverbreitung oder Durch-bruch beim Transport durch unzweckmässige Lagerung gefördert werdenkann. Im Allgemeinen ist zu beachten, dass die Träger gewöhnlich aufder gesunden Seite des Patienten an diesen herantreten, falls derselbeein auf eine Seite beschränktes Leiden hat. Man wähle bei jedemTransport möglichst staubfreie, schattige Wege, sorge für Mitnahme vonErfrischungen unterwegs, was bei länger dauernden Transporten auchauf der Eisenbahn von Wichtigkeit ist. Bei Verletzten ist für Be-reithaltung von Verbandmitteln Sorge zu tragen, um einen erforderlichenNothverband anlegen zu können. Morphium, Aether, Wein, Cognac, Sect,etwas Imbiss, Eis, Eisbeutel. Wärmflasche, sollen bei Transporten vonlängerer Dauer nicht fehlen. Bei jedem Transport von Schwerkrankenmüssen Begleiter vorhanden sein, von welchen mindestens einer imWagen selbst Platz zu nehmen hat. Andere besondere Erfordernissewerden bei Darlegung der einzelnen Beförderungsarten noch zu beschrei-ben sein. Während die Tranportmittel sich auf dem Hinwege zum Kran-ken oder zur Unfallsstelle so schnell als möglich zu bewegen haben, sollder Weg mit dem Kranken langsam zurückgelegt werden, im Kranken-wagen im langsamen Trab, wenn nicht besondere Verhältnisse zur