Fürsorge auf dem Gebiete des Krankentransportwesens. 365
schwanken. Treten dagegen die Träger mit ungleichnamigem Fusse an,so werden diese Schwankungen sehr viel ausgeglichen.
Auch die Kleidung eines Kranken bei seiner Beförderung ist zu be-achten. Wenn Jemand plötzlich in einer Fabrik oder auf der Strasseerkrankt oder verunglückt, so wird man ihn natürlich in derjenigenKleidung, welche er gerade an seinem Körper hat, so schnell als mög-lich aus seiner Umgebung zur weiteren Versorgung, wo diese auch statt-findet, herausschaffen. Die Bekleidung eines Kranken, welcher sitzendzu befördern ist, ist bequem und den Witterungsverhältnissen ent-sprechend einzurichten. Grössere Vorbereitungen sind für diesen Fallwohl kaum erforderlich, desgleichen nicht, wenn der Kranke zu Fuss,ohne oder mit Begleitung, geführt oder gestützt, sich weiterbegeben kann.Ganz anders aber ist die Kleidung zu gestalten, wenn der Kranke auseiner Behausung, wo er auch bereits das Bett gehütet, in eine andereWohnung oder — der wohl häufigste Fall — in ein Krankenhaus be-fördert werden soll. Der Kranke, welcher liegend transportirt werdenmuss, ist am besten nur mit einem Hemde bekleidet. Höchstens istbei Männern ein Unterbeinkleid und bei Frauen ein Unterrock zu ge-statten. Auf dem Lande, wo der Transport häufig in einem mit Strohgepolsterten. Feldwagen stattfinden muss, kann man wohl auch erlauben,dass der Patient sich vorher noch etwas mehr anzieht, wenn nicht ge-nügend Decken zur Erwärmung des Kranken vorhanden sind. DerKranke soll also so wenig als möglich bekleidet sein und durch warmeDecken gehörig eingehüllt werden, denn besonders bei Schwerkrankenund auch bei Verletzten ist das Anziehen mit grosser Schwierigkeit ver-bunden. Wird der Patient zuerst in seiner Wohnung angezogen, unddann im Krankenhause, wieder ausgezogen, so entsteht für ihn einedoppelte Unannehmlichkeit. Ausserdem ist es auch immer besser,dass die Kleider eines Kranken, besonders eines solchen mit einer an-steckenden Krankheit möglichst nicht mit in das Krankenshaus gebracht,• sondern in der Behausung des Kranken mit seinen übrigen Gebrauchs-gegenständen der Desinf'ection unterworfen werden. Allerdings könnendie etwa mitgebrachten Kleidungsstücke eines Kranken sogleich im Spi-tale desinficirt werden. In einigen Städten Deutschlands scheint manaber gegen die im Krankenhause auszuführenden Desinfectionen vieleBedenken zu haben, Bei der häufigsten Art der Krankenbeförderung ineiner Grossstadt, wo ein Kranker auf einer Trage liegend in einemKrankenwagen nach dem Krankenhause gefahren wird, ist es auch imInteresse der Nachfolger eines jeden Kranken im Wagen, dass der Krankenur mit Stoffen bekleidet ist, welche leicht gereinigt werden können, undan welchen nicht so viel Unreinlichkeiten haften als an den Stoffen derOberkleidung.
Es ist daher aus Gründen der Kranken- und Gesundheitspflege ge-rathen, dem in ein Krankenhaus zu befördernden Kranken möglichstwenig Kleidungsstücke am Körper zu lassen.
Wie schon oben bemerkt, ist für ausreichende Bedeckung des