Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
358
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358 G. Meyer,

unglückten auszuführen, was sich natürlich nach der Art der betreffendenErkrankung richtet. Die Fortschaffung von Verletzten und die Kranken-beförderung beim Heere werden in einzelnen Fällen, soweit dies erforder-lich erscheint, kurz berührt werden, um die Beförderung von Personenmit Gesundheitstörungen aller Axt im Zusammenhange darzulegen. Ver-schiedene bei Heeren gebräuchliche Beförderungsarten und -Geräthe sindauch in dieser Arbeit zu erwähnen, da ja die Transportirung von aufdem Schlachtfelde des täglichen Lebens Verletzten in ziemlich analogerWeise vor sich'gehen muss, als die Beförderung von Verwundeten imKriege besonders aus der Gefechtslinie.

A. Allgemeine Regeln für die Ausführung von Krankentransporten.

Diese richten sich stets zunächst nach der Art und Schwere desLeidens des Patienten, ferner aber nach vielen anderen Umständen,welche der jeweilige Fall mit sich bringt. Auch für die Beförderungdes Kranken gilt das Cito, tuto et jucunde, wie bei der gesammtenKrankenbehandlung und -pflege. Der Transport ist stets so einzurichten,dass Gefahren durch denselben für den Kranken vollkommen, und Un-bequemlichkeiten nach Möglichkeit vermieden werden. Der erstere Theildieser Forderung begreift also das Cito und tuto in sich, denn dieSchnelligkeit eines Transportes ist wie sogleich dargelegt werden wird bisweilen für das Leben des Kranken (tuto) entscheidend (lebens-wichtige Operationen bei Luftmangel oder Blutungen). Ferner muss grösst-möglichste Bequemlichkeit jucunde auch beim Transport für denKranken vorhanden sein. Die Schnelligkeit des Transportes ist aberauch für die Bequemlichkeit des Patienten wichtig. Denn der Transportist gewöhnlich nur ein Uebergangstadium zur weiteren und endgültigenBehandlung, in welche möglichst bald zu gelangen sich der Kranke er-sehnt. Denn es ist für einen an irgend einer Stelle plötzlich Erkranktenoder Verunglückten nicht angenehm, dort lange zu bleiben, da der Ort häufigsehr ungeeignet zum Verweilen für den Kranken ist, und z. B. auf der Strassein einem solchen Falle sich gewöhnlich zahlreiche Menschen ansammeln,deren Anwesenheit allein den Kranken beunruhigt. Der Transportsoll auch schnell geschehen, um einen Kranken mit ansteckender Krank-heit aus einer Umgebung zu entfernen, welche durch längeren Aufenthaltdes Kranken gefährdet werden kann. Die Umgebung wird also durchschnelle Entfernung des Kranken in diesem Falle gesichert.

Natürlich bezieht sich das WortSchnelligkeit" beim Transport nurauf dessen Beginn. Alle Massnahmen zur Ausführung, Besorgung derTransportgeräthe, Begleiter u. s. w. sollen schnell vor sich gehen, derVerunglückte schnell den Blicken der gaffenden Menge entzogen werden.Das Tragen oder Fahren des Kranken selbst hat stets langsam zu er-folgen zur Vermeidung von Erschütterungen mit Ausnahme der-jenigen Fälle, wo schleunige Vornahme einer Operation geboten ist.

Besonders kommt für die Ausführung des Transportes die Art des