Druckschrift 
2,1 (1902)
Entstehung
Seite
338
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338 G. Meyer,

benen und erforderlichen Gerätschaften gemeint werden, weiche beiGesunden gewöhnlich weil nicht erforderlich nicht zu Anwen-dung gelangen.

Die der Person des Kranken bei der Beförderung selbst geltendeSorge ist besonders bei einigen plötzlichen Erkrankungen und Verletzun-gen wesentlich. Bekannt ist das Beispiel von dem einfachen Knochen-bruch, welcher bei einer nicht zweckmässig ausgeführten Beförderungdes Verletzten zu einem complicirten werden kann, indem durch Er-schütterungen, welche der Verunglückte durch ungeeignetes Tragen oderdurch schlechte Beförderungsmittel oder durch Wegschaft'ung auf holprigenWegen erleidet, die Knochenenden sich durch die bisher unversehrteHaut hindurchbohren und so einen offenen Knochenbruch herstellen,dessen Heilungsbcdingungen naturgemäss viel schlechtere sind als diedes einfachen Knochenbruches. Ferner ist die Sorge um die Beförde-rung des Verletzten selbst bei denjenigen Erkrankungen, welche bei derErsten Hülfe" hauptsächlich Interesse erregen, wichtig, also bei Blu-tungen aus verschiedenen Organen, den Lungen, Magen, Gebärmutter,Gehirn, Nieren. Dass hier Erschütterungen das Leiden des Krankenganz erheblich zu verschlimmern geeignet sind, liegt auf der Hand,daher man auch häufig äussern hört, dass Kranke dieser Art sich nichtzur Beförderung eignen. Man wird natürlich unter Verhältnissen, welcheein vorläufiges Verbleiben eines solchen Kranken an dem Orte gestatten,wo er erkrankte, mit der Beförderung so lange warten, bis ein Ein-tritt neuer Blutungen nicht mehr zu befürchten ist. Anders aber verhältes sich dann, wenn der Betreffende sich an einem Orte befindet, wosein weiteres Verweilen nicht möglich ist, also an einer Arbeitsstelle, ineinem Betriebe oder auf der Strasse. Von einer solchen Stelle wegmuss der Kranke fortgebracht werden, und gerade für diese Verhält-nisse müssen die betreffenden Beförderungsmittel und -wege nach Mög-lichkeit eingerichtet bezw. aufgesucht werden. Weiterhin sind solcheErkrankungen beim Transport eines Patienten wesentlich, bei welchemDurchbrüche von Blut, Eiter oder Steinen in ein anderes Organ zu be-sorgen sind. Hierher gehören vor allen Dingen die verschiedenstenLeiden im Bereiche des Gehirns, der Verdaüungswerkzeuge, besondersdes Magens, des Darmes, der Leber und Gallenblase, ferner die' Erkran-kungen im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane, der Blase, Nierenund bei Frauen verschiedene Krankheiten der Gebärmutter, Eier-stöcke und Eileiter.

Eine hervorragende Aufmerksamkeit erheischt der Transport vonKranken mit Affectionen, welche den Kopf betreffen, nicht nur Blu-tungen ins Gehirn, sondern auch Schädelbrüche. Es sind für solcheKranke ganz besondere Maassnahmen angegeben worden, um dieselbenmöglichst schonend zu transportiren. So hat man bei den letzten beidenGruppen von Kranken betont, dass man während der Dauer desTransportes durch eine Person den Kopf halten lassen solle, was auchbei Beförderungen auf der Eisenbahn ausgeführt worden ist. Ich kann