4. Fürsorge auf dem Gebiete des Kranken-transportwesens.
VonDr. George Meyer in Berlin.
Das Krankentransportwesen ist erst in neuerer Zeit mehr in denVordergrund des Interesses gerückt werden, als man erkannte, dassdasselbe einestheils zur Krankenpflege und andererseits zur Gesund-heitspflege wichtige Beziehungen darbiete. Auch unsere Betrachtungenwerden sich wesentlich nach diesen beiden Gesichtspunkten zu gruppirenhaben, welche zuerst von mir in dieser wohl von einander zu scheiden-den Form aufgestellt worden sind. Die wenigen Andeutungen über denGegenstand aus früheren Zeiten beziehen sich naturgemäss hauptsächlichaul das Verhältniss des Krankentransportes zur Gesundheitspflege,wahrend dessen Ausführung mit Rücksicht auf die Krankenpflege neuerenDatums ist, als man begann in der gesammten Sorge um den Kranken derPflege die ihr gebührende Stelle einzuräumen.
Der Krankentransport, die Beförderung eines kranken Menschen voneinem Ort an einen anderen, stellt häufig den Beginn der Sorge um denKranken, den Anfang seiner Pflege, dar. Es zeigt sich dies besondersdeutlich ' bei einem Menschen, Avelcher durch eine plötzlich einwirkendeUrsache, sei es einen Unfall oder eine Erkrankung fern von einerBehausung in einen hülflosen Zustand versetzt ist. In den ältestenZeiten geschah die Beförderung einer, solchen Person in sehr einfacherGestalt, indem dieselbe, wie wir in den alten Klassikern lesen, durchandere Personen fortgetragen wurde, oder indem man den Krankenauf irgend ein Gefährt auflud, auf welchem derselbe dann zu weitererVerpflegung gebracht wurde. Nach genannter Hinsicht, also in Bezugauf die Krankenpflege, stellt die Beförderung des Kranken einenTheil der jetzt von von Leyden als „Krankencomfort" bezeich-neten Krankenpflege dar, indem mit letzterem die für den Krankenganz besonders bestimmten Handleistungen und die hierfür angege-
Handbuch der Krankenversorgung u. Krankenpflege. II. Bd. 22